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    12 in 12

    Meine Empfehlungen im Juli

    Was in den vergangenen vier Wochen passiert ist? Einiges. Zunächst natürlich G2o – ich war vor Ort und habe live darüber berichtet. Eine ziemlich krasse Erfahrung, die Eindrücke schwirren immer noch in meinem Kopf und das wird vermutlich noch eine Weile so bleiben. Ich stand quasi permanent unter Strom, denn man will ja die Geschehnisse so genau wie möglich abbilden; gleichzeitig muss man aber natürlich auch aufpassen, dass man nicht gerade zwischen Wasserwerfern und Flaschen werfenden Vermummten steht. Das ist aber nur die eine Wahrheit – denn natürlich gab es auch viele friedliche Demonstrationen.

    Ich bin wahnsinnig vielen interessanten Menschen begegnet, die alle so motiviert waren, etwas verändern wollten – und zwar ohne Gewalt. Leider, so fürchte ich, gingen diese Botschaften ob der Ausschreitungen unter.

    Was bleibt, sind die Bilder der brennenden Schanze. Der schwarze Block. Geplünderte Geschäfte. Zerstörung.

    Was das mit uns macht, bleibt abzuwarten. Die vergangenen Tage ist so etwas wie Ruhe eingekehrt. Tausende Menschen haben am Sonntag nach dem Gipfel die Schanze, Sankt Pauli und Altona aufgeräumt und geputzt. Seit Montag regnet es wieder, also (fast) alles beim Alten.

    Ansonsten war ich nach Ewigkeiten endlich mal wieder in Berlin; eigentlich für ein Interview für die Masterarbeit, aber ich habe die Zeit genutzt, um viele tolle Menschen mal wiederzusehen und um endlich wieder mehr zu fotografieren. Auch wenn das Wetter nicht mitgespielt hat, war es eine tolle, kleine Flucht aus dem Alltag.

    Die restliche Zeit verbrachte ich hauptsächlich mit dem Kopf in irgendwelchen Büchern oder vor Bildschirmen: Arbeit, Masterarbeit, yay. Immerhin komme ich momentan echt ganz gut voran und wenn das nichts ist, worüber man sich freuen kann, dann weiß ich auch nicht. Und immerhin: Ein Ende ist in Sicht. Denn spätestens Mitte September will ich das Ding abgeben.

    Und shame on me: In der Zwischenzeit habe ich es natürlich wieder nicht geschafft, über andere Dinge zu bloggen. Dabei hätte ich so viele Ideen. Na ja, notfalls im Herbst dann. Stay tuned.

    Meine Entdeckungen der vergangenen vier Wochen findet ihr in diesem Blogpost.

    Was ist »12 in 12« überhaupt?
    Die Idee dahinter ist einfach: zwölf Empfehlungen in zwölf Monaten. Ich teile in der Serie Entdeckungen aus verschiedenen Bereichen: Buch-, Film- oder Reisetipps, Texte, Inspirationen und alles, was mir sonst in den Weiten des Internets oder analog begegnet.

    Ich freue mich natürlich auch über eure Monatsempfehlungen – sei es in den Kommentare, auf Facebook, per Mail oder auf meinen anderen Kanälen!

    1. Buch: »Ein anderer Name« – Elena Ferrante

    Elena Ferrante hat mich wieder zum Lesen gebracht. Das mag jetzt vielleicht übertrieben klingen, denn irgendwas liest man ja immer. Aber während meines Bachelor- und zu großen Teilen meines Masterstudiums habe ich kaum ein „normales“ Buch in die Hand genommen; ab und zu mal eine Zeitschrift, das war’s. Ansonsten habe ich überwiegend wissenschaftliche Texte gelesen, mich durch ellenlange Studien gewählt und Nachrichten rezipiert. That’s it. Vor circa einem Jahr habe ich dann wieder mit dem „richtigen“ Lesen angefangen.

    Fast schon peinlich, aber ich hatte anfangs etwas das Gefühl, es verlernt zu haben: Nein, natürlich nicht das Lesen an sich. Aber das sich auf eine Geschichte vollkommen einlassen, ein Buch nur mit Pinkel- und Essenspausen am Stück zu lesen, ohne dabei ständig aufs Handy zu starren – immer mit dem Gedanken, man könne ja irgendetwas Wichtiges verpassen. Spätestens mit Elena Ferrantes »Meine geniale Freundin« ist es mir dann wieder gelungen, das Lesen, quasi ohne nennenswerte Unterbrechung.

    Band 2 der Neapel-Geschichte, »Ein anderer Name«, von Ferrante schaffte Ähnliches. Auch dieses Buch legte ich nur wenige Male wieder aus den Händen. Die Story fand ich dieses Mal sogar noch interessanter. Aber vor allem gefällt mir Ferrantes Schreibstil – prägnant, und gleichzeitig so, dass sich Szenen vor dem inneren Auge abspielen.

    Geeignet für: Fans von Ferrantes »Meine geniale Freundin«, Italien-Liebhaber

    2. Film: »Spiegel TV über G20-Ausschreitungen«

    Ja, dieses Mal wurde es kein richtiger Film. Irgendwie habe ich die vergangenen vier Wochen tatsächlich sehr wenig geguckt – mal abgesehen von der Tagesschau und kleinen Videos, die auf Facebook oder Twitter geteilt wurden. Dadurch, dass ich gefühlt ständig vor einem Bildschirm sitze und viel unterwegs war, hat das einfach nicht so in den Alltag gepasst. Eines habe ich mir dann aber doch angesehen – den Beitrag von Spiegel TV über die G20-Ausschreitung. Das gibt einen ungefähren Eindruck, was da eigentlich so abging in Hamburg. Irgendwie fast schon surreal, in diesem Geschehen wirklich vor Ort gewesen zu wesen.

    Geeignet für: Alle, die die Geschehnisse des G20-Gipfels in Hamburg immer noch irgendwie beschäftigt 

    3. Rezept: Vietnamesische Frühlingsrollen

    Zurzeit sehne ich mich wieder sehr nach Asien – vor allem aber auch nach dem Essen dort. Vor einiger Zeit habe ich schon mal ein Rezept für vietmasische Frühlingsrollen (auch Sommerrollen genannt) mit euch geteilt. Besonders an heißen Sommertagen sehr lecker – die Rollen machen satt, man kann sich danach aber trotzdem noch gut bewegen.

    Ihr braucht:
    » 8-10 Reispapierblätter – gibt es in größeren Supermärkten in der Asia-Abteilung oder in Asialäden
    » 1 kleine Karotte
    » 1/2 Gurke
    » 1/2 Paprika
    » Etwas Eisbergsalat
    » Reisnudeln
    » optional: Minze und Koriander


    Für die Sauce:

    » Sojasauce
    » Erdnussbutter (alternativ gehen auch Erdnüsse)
    » Chilisauce
    » Wasser

    Wie’s geht, lest ihr hier.

    Geeignet für: Asien-Fans

    4. Reise: Pilgern von Wien nach Marokko

    Ernst Merkinger ist 26 Jahre alt, Österreicher, er bezeichnet sich selbst als »Rotzbua« und ist derzeit unterwegs nach Marokko. Zu Fuß. Von Österreich aus. Im Moment ist er in Vorarlberg. Aufmerksam wurde ich auf ihn auf Instagram, genauer gesagt über die Bloggerin Dariadaria, die mit ihm befreundet ist und ihn für eine Weile begleitet hat.

    »Wer das Leben zu ernst nimmt, hat das Leben nicht verstanden.« – schreibt Ernst auf seiner Webseite.

    Auf seinem Blog und auf Instagram berichtet er von seinen Erlebnissen und teilt seine Eindrücke.

    Ich bin jedenfalls gespannt, was Ernst unterwegs noch alles erleben wird. Ich könnte mir auf jeden Fall auch vorstellen, mal länger zu Fuß zu reisen. Wie sieht’s bei euch aus?

    5. DIY: 10 Tutorials mit Wasserfarben

    Wasserfarben und ich, das war immer eine Hassliebe. Mit meinen Bleistift-Skizzen war ich immer sehr zufrieden, doch wenn es dann hieß, das Ganze mit Wasserfarben anzumalen, mochte ich meine Bilder nicht mehr. Allerdings kann Wasserfarbe – richtig eingesetzt – auch wunderschön sein. Also, wenn man es denn kann. Vielleicht lerne ich das ja noch irgendwann, wie man damit richtig malt. Wie ihr euch vielleicht denken könnte, hab ich für solche Späße gerade selbst keine Zeit.

    Aber hier findet ihr ein paar schöne Ideen mit Wasserfarben. Enjoy!

    6. Text: »Seit 18 Jahren trauert Frau Qerkezi um ihre verschleppten Söhne«

    »Während des Kosovokrieges wurden die vier Söhne von Frau Qerkezi von serbischen Soldaten verschleppt. Seither wartet sie darauf, ihre Knochen beerdigen zu können.« – das ist der Teaser zu der Geschichte über eine Frau, die ihre Kinder im Kosovokrieg verloren hat. Den Text habe ich schon vor zwei Monaten gefunden. Dieses Leid, das ist einfach unvorstellbar.

    Ich muss zugeben, dass ich davor kaum etwas über den Kosovokrieg wusste, und den Text auch deshalb lesenswert fand.

    Hier geht’s zum Text.

    7. Song: »Jinx« – Kids of Adelaide

    Wieder ein Song, den ich nicht selbst gefunden habe. Aber so catchy, dass er es auf meine aktuelle Playlist geschafft hat: »Jinx« von Kids of Adelaide. Das Duo kommt übrigens nicht aus Australien, sondern aus Stuttgart. Laut.de beschreibt die Musik der beiden als »modernen Folk mit poppigem Selbstbewusstsein«.

    8. Magazin: »The Fernweh Collective«

    »Not another travel magazine«, das schreiben Elisaveta Schadrin-Esse und Serena Hatfield selbst über ihr Indie-Magazin »The Fernweh Collective«. Und man denkt sich so: Doch, bitte! Es kann gar nicht genug Reisemagazine geben. Bisher sind vier Ausgaben von »The Fernweh Collective« erschienen, alle mit unterschiedlichem Schwerpunkt: In der ersten Ausgabe nehmen uns die Macherinnen in den Norden, in der zweiten in den Dschungel, in der dritten geht’s um das einfache Leben und in der vierten, Ocean Lovers, an die blauen Ecken der Welt. Fernweh zum Anfassen quasi.

    »We believe in travel as a way of growing, understanding mankind & creating a better future. That’s why we put it on paper.«

    Sehr ansprechend finde ich das Design, großflächige Bilder, schöne Typograhie und überhaupt viel Liebe fürs Detail.

    Ich folge dem Magazin auch auf Instagram, so bin ich überhaupt erst darauf aufmerksam geworden. Inzwischen ist daraus eine ganze Community gewachsen. Was mir im Heft selbst etwas fehlt, sind noch mehr Reportagen und Porträts von unterwegs; bisher finden vor allem viele Interviews ins Heft. Das finde ich auf Dauer als Format etwas langweilig, vielleicht ist das aber auch Geschmackssache. Alles in allem auf jeden Fall ein tolles Projekt, das ich gerne weiter verfolge und unterstütze.

    Das Heft kostet 9,80 Euro/Ausgabe – dafür gibt es aber keine nervige Werbung im Heft.

    Geeignet für: Alle Reiseverrückten

    9. Fotografie: Fünf Männer, ein Motiv – seit 35 Jahren

    Damals 19, heute 53: Fünf Freunde stellen Jahr für Jahr dasselbe Foto nach – und zwar seit mehr als drei Dekaden. Meine Schwester und ich, wir haben vor einer Weile auch mal Bilder aus unserer Kindheit nachgestellt, aber das toppt dann doch noch mal alles. Aber wer weiß, vielleicht muss man da ja nur die Ausdauer haben und das lange genug durchziehen?

    10. Blogpost: »6 Years of Blogging«

    Sechs Jahre, das ist für einen Blogger schon eine lange Zeit. Meinen eigenen Blog habe ich auch schon ungefähr so lange, allerdings pflege ich ihn mal mehr, mal verwaist die Seite komplett.

    Wie das so richtig geht mit dem Bloggen und worauf ihr achten solltet, wenn ihr mit dem Bloggen anfangt, lest ihr hier.

    11. Erkenntnis: »Bei der richtigen Person kann man nichts falsch machen, bei der falschen nichts richtig.«

    Ein Satz, den mir in den vergangenen Wochen eine gute Freundin geschrieben hat – und der im Gedächtnis geblieben ist. Weil er stimmt. Egal, um was für eine Person es sich handelt.

    12. Inspiration: Dokumentarfilm »Weit« – per Anhalter um die Welt

    Angesehen habe ich sie mir noch nicht, die Doku »Weit«. Auf Spiegel Online gab es neulich ein Interview mit den beiden Freiburgern, die drei Jahre lang um die Welt gereist sind und darüber einen Film gemacht haben. Nachdem mir mehrere Leute in meinem näheren Umfeld die Doku empfohlen habe, werde ich sie mir demnächst ansehen.

    Und, was waren eure Entdeckungen des Monats?

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