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    SLOW FASHION SUSTAINABILITY

    Warum ich keine Fast Fashion kaufe

    Wann ich zum letzten Mal bei H&M, Zara, Mango und Co. eingekauft habe? Ich erinnere mich nicht daran. Es ist nicht so, dass mir die Mode dort nicht gefallen würde. Was mir allerdings missfällt, ist, wie sie hergestellt wird.

    Das war nicht immer so: In der Schulzeit ging ich oft mit Freundinnen shoppen. Der Kleiderstapel in meinem Schrank wuchs.

    Woher meine Kleidung kam oder wie sie produziert wurde, hinterfragte ich in dieser Zeit kaum.

    Allerdings war mir schon klar, dass kaum jemand etwas daran verdienen kann, wenn ein T-Shirt nur fünf Euro kostet. Und dass es auch nicht gut für die Umwelt ist, wenn ein Pulli erst mal um die halbe Welt geschickt wird, bis er im Laden hängt.

    Nach dem Abitur reiste ich für ein halbes Jahr durch Neuseeland und Südostasien – mit einem Backpack, der zwölf Kilogramm wog. Von den Unmengen an Kleidung, die ich den Jahren davor angehäuft hatte, konnte ich kaum etwas mitnehmen. Und das war kein Problem.

    Ich merkte, mit wie wenig Kleidung ich eigentlich auskomme.

    Später, im Studium, setzte ich mich intensiver mit meiner Kleiderwahl auseinander.

    Das hing vor allem damit zusammen, dass in dieser Zeit zwei größere Ereignisse passierten, die ich nicht weiter ignorieren konnte:

    1. 2012 starben bei einem Brand in einer pakistanischen Textilfabrik 259 Menschen. Dort hatte der Hersteller Kik produziert.
    2. 2013 kamen beim Einsturz des Fabrikgebäudes Rana Plaza in Bangladesch mehr als tausend Menschen ums Leben.

    Eine Studie kam 2017 zu dem Schlus, dass Kinderarbeit in Burma noch weit verbreitet ist. Auch deutsche Textilhändler von Takko, Primark und H&M ließen dort ihre Kleidung produzieren – zu einem Hungerlohn von umgerechnet 2,03 Euro pro Tag.

    Hinzu kommt, dass viele der herkömmlichen Textilien umwelt- und gesundheitsschädliche Chemikalien enthalten. Beim Waschen lösen sich kleine Teile davon und geraten als Mikroplastik in die Meere. Auch bei der Herstellung unserer Kleidung wird Wasser verschmutzt.

    Irgendwann beschloss ich, nicht mehr Teil dieses Systems sein zu wollen.
    • Ich will nicht weiter unterstützen, dass Näherinnen in Kambodscha und anderswo ausgebeutet werden.
    • Ich will keine Kleidung, die von Kinderhängen produziert wurde.
    • Ich will nichts tragen, das aus giftigen Stoffen besteht und die Umwelt belastet.

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    Ich versuche, nur das zu kaufen, was ich wirklich brauche – und dann Secondhand oder von fairen Labels.

    Gebrauchte Kleidung habe ich schon als Kind geliebt:

    • die ausangierten Teile meiner großen Schwester,
    • alte Schätze im Schrank meiner Mutter,
    • Stöbern auf dem Flohmarkt.

    Und ich entdecke immer noch neue nachhaltige Marken.

    Natürlich fällt mir das auch manchmal schwer.

    Die Innenstadt leuchtet alle paar Wochen rot durch die ganzen Sale-Schilder. Es ist bequemer, im Laden Socken zu kaufen, wenn man gerade welche braucht. Und sich nicht lange damit auseinanderzusetzen, woher sie kommen, wie sie produziert wurden und von wem.

    Allerdings: Die bequeme Lösung ist nicht automatisch die beste.

    Denn sie ist egoistisch und man verdrängt, welches Leid und Unrecht mit der biilig produzierten Mode zusammenhängt.

    Kauft ihr nachhaltige Kleidung ein? Was sind eure Lieblingslabels? Was fällt euch schwer?

     

    Dieser Text erschien zuerst bei SPIEGEL ONLINE auf Snapchat Discover.

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