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    12 in 12

    Meine Empfehlungen im Januar

    Das hier ist der erste Part einer neuen Serie, die ich für 2017 geplant habe. Die Idee stammt zwar nicht von mir, aber ich will’s mal für mich ausprobieren: zwölf Empfehlungen in zwölf Monaten. Dabei möchte ich Entdeckungen aus verschiedenen Bereichen mit euch teilen: Buch-, Film- oder Reisetipps, Texte, Inspirationen und alles, was mir sonst so in den Weiten des Internets und analog begegnet. Wie das so mit Vorsätzen ist, kann es natürlich auch passieren, dass ich nach zwei Monaten keine Lust mehr habe. But let’s try.

    Ich freue mich natürlich auch über eure Monatsempfehlungen – sei es in den Kommentare, auf Facebook, per Mail oder auf meinen anderen Kanälen!

    1. Buch: »Die Welt im Rücken« von Thomas Melle

    Mit »Die Welt im Rücken« schafft Thomas Melle etwas, das kaum ein Buch bisher bei mir ausgelöst hat: Das Buch weckt Empathie, hat Witz, stößt einen auf Unverständnis, ergreift einen und führt fast zur Verzweiflung. In dem Buch beschreibt Melle seine Erfahrungen und Erlebnisse mit seiner Krankheit, der Bipolarität.

    »Ich nahm den Stapel an Briefen vom Tisch und ging ihn durch. Ein Beamtenschreiben erregte meine Aufmerksamkeit. Es ging darin um einen Termin, eine Richterin, irgendwo in der Nähe der Möckernbrücke. Sie wollten mir etwas entziehen? Meinen Bürgerstatus? Sie wollten mir Betreuer auf den Hals hetzen. Ich ging nach unten und warf den Schrieb in die Papiermülltonne. (Auch krasse Menschen trennen den Müll.) Dann holte ich ihn wieder heraus und zündete ihn an. Wieso, weiß ich nicht, aber ein verschrobenes Interesse ließ mich das angesteckte Papier wieder in die Mülltonne werfen. Würde es brennen? Was war noch real?« – S. 264

    Manische Phasen werden von depressiven überschattet, Melle zeigt Abgründe auf, die einem vielleicht lieber verborgen geblieben wären. Gerade weil das Buch autobiografisch ist, ist es noch packender, noch emotionaler. Möglicherweise kann das Buch triggern, wenn man sich selbst gerade in einer schweren, emotionalen Phase befindet; es kann aber auch auf Besserung hoffen lassen – schließlich hat Melle das alles auch (halbwegs gut) überstanden.

    »Ich wachte auf und war sofort panisch. Das Hirn drückte gegen die Schädeldecke. Ich fasste mir an den Kopf. Meine Glieder kribbelten taub. Was war das? Von meinem Kopf ging ein Übel aus. Ich sprang auf, die Panik hielt an. Wohin mit mir? Da war zu viel Energie. Mehr konnte ich nicht sagen. Ich konnte gar nichts sagen, war ohne Worte.« – S. 227

    Geeignet für: Menschen, die sich gerne mit der Psyche beschäftigen und/oder selbst mit Depressionen oder anderen Störungen zu kämpfen haben.

    Schönbrunn, Wien. Am ersten Tag des Jahres 2017.

    2. Film: »Manche hatten Krokodile«

    »Ich habe unheimlich viel Blödsinn gemacht; aber in dem Moment, wo ich’s gemacht hab, da war’s richtig.« – der Dokumentarfilm »Manche hatten Krokodile« zeigt den Hamburger Kiez, St. Pauli, so, wie es früher wirklich war und heute noch ist. Die Protagonisten sind die tatsächlichen Bewohner des berühmt-berüchtigten Viertels, die ihr Geld in den (ehemaligen) Bars, Stripclubs und mit dubiosen Geschäften verdient und wieder verloren haben – und die trotz allem das Leben genießen und glücklich sind.

    Die Doku erzählt mithilfe von Kurzinterviews Anekdoten von früher und den heutigen Alltag der Menschen auf St. Pauli – vom Sparen übers Feiern. Ein emotional-lustiger Film, der ein Stück Hamburg anschaulich macht.

    Geeignet für: Hamburg-Liebhaber und Freunde von Bar-Anekdoten und Urgesteine aus St. Pauli.

    3. Rezept: Yellow Thai Curry

    Nicht gerade typisch für Silvester, aber bei uns gab’s ein Thai Curry und ein indisches Curry. Beide waren sehr lecker! Das Rezept vom Thai Curry hat mir ein bisschen mehr geschmeckt, weil es durch die Chilis schön scharf und durch die Mangos gleichzeitig auch süß ist.

    Hier lest ihr, wie’s gekocht wird.

    Geeignet für: Asienfans, die sich vegan ernähren

    4. Reise: Gran Canaria und Marokko

    Eine gute Freundin von mir macht ein Auslandssemester auf Gran Canaria. Kommende Woche besuche ich sie dort; gemeinsam werden wir dann noch eine Woche in Marokko verbringen und dort rumreisen.

    Auf Instagram und Snapchat (@anothercopycat) nehme ich euch mit, später werde ich auf dem Blog über die Reise schreiben.

    Wer selbst noch nach ein paar Reise-Ideen für 2017 sucht:

    5. DIY: Inspiration

    2017 würde ich gern wieder mehr mit den Händen machen. Ich kann zwar immer noch nicht stricken oder nähen, aber es gibt ja noch genug andere Möglichkeiten, schöne Dinge selbst zu machen.

    Welches Projekt ich demnächst beginne, weiß ich noch nicht. Ich halte euch in dieser Rubrik aber auf dem Laufenden. Ich würde ja gern mal eine Stehlampe bauen; mal sehen, ob ich mich daran traue.

    Auf Pinterest sammle ich meine Inspirationen regelmäßig. Ihr findet mich dort unter anothercopycat. Zur DIY-Pinnwand kommt ihr, wenn ihr auf diesen Link klickt.

    Donaukanal, Wien

    6. Text: Die Kinder von Christiania

    In letzter Zeit lese ich tatsächlich wieder mehr analog – DER SPIEGEL, Dummy, Neon und die ganzen anderen Magazine, die sich in meinem kleinen Zimmer noch so stapeln. Neue Bücher gab’s bei meinem letzten Wien-Besuch auch, meine Freundin Natalia hat ausgemistet.

    Ein Text, der mir noch von den Weihnachtsferien im Gedächtnis geblieben ist: ein Text über die Kinder von Christiania, die in der Kopenhagener Kommune unter dem Drogenkonsum usw. ihrer Eltern litten.

    7. Song: Bon Iver – »For Emma«

    Zurzeit habe ich wieder eine Bon Iver-Phase; irgendwie kann ich dazu gut zu Hause arbeiten und bin gleichzeitig entspannt. Mit der neuen Platte kann ich noch nicht so viel anfangen, momentan läuft »For Emma«. Aber vielleicht wird’s in den kommenden Wochen ja noch etwas mit mir und 22, A Million.

    Geeignet für: Leute, die ruhige Musik mögen und vielleicht einen Hang zur Melancholie haben

    8. Magazin: »Shift«

    Zwei Ausgaben habe ich bereits von »Shift« gelesen. Die Macher beschreiben das monothematische Bookazine als »Gesellschaftsmagazin für konsum-, umwelt- und wertebewusste junge Erwachsene mit Mut zur Veränderung, die auf der Suche nach ehrlichem und reflektiertem Journalismus sind, der die Print- und Onlinewelt innovativ verbindet“. Bisher sind fünf Ausgaben erschienen, das Magazin erscheint alle drei Monate.

    Das Heft gefällt mir besonders, weil es ein Thema von verschiedenen Seiten beleuchtet; die optische Gestaltung ist ansprechend schlicht, das Ganze kommt ohne Werbung daher. Das Papier fühlt sich angenehm an.

    Geeignet für: Leute, die sich gern intensiver mit einem Thema auseinandersetzen und etwas in der Gesellschaft verändern wollen

    Häuserfassade in Wien

    9. Fotografie: Tipps für bessere Porträts von Fremden auf Reisen

    Porträts gehören für mich zu den spannendsten Fotos. Sie zeigen nicht nur eine bestimmte Seite von einer Person, sondern auch von der, die sie gemacht hat.

    Auf dieser Seite findet ihr Tipps, wie ihr Fremde auf euren Reisen besser fotografiert.

    10. Blog: A Hungry Mind von Sabine

    Auf A Hungry Mind schreibt Sabine über Minimalismus, ihr Agenturleben, Reisen und Fair Fashion, vor allem aber über sich und das Introvertiersein. Sehr ehrlich, oft auch mutig und auf jeden Fall schön zu lesen. Sabine steckt voller Herzblut hinter ihrem Blog, das merkt man. Sie trifft die richtigen Worte und schreibt über interessante Themen.

    Besonders gefällt mir, dass ich mich so gut in sie hineinversetzen kann, da ich selbst anfangs auch eher schüchtern bin und mich als introvertiert bezeichnen würde.

    Empfehlenswerte Posts:

    11. Erkenntnis: Man kann Vorsätze auch durchziehen

    Vielleicht ist es noch etwas früh für diese Aussage, aber bisher habe ich es geschafft, jeden Tag mindestens eine halbe Stunde Sport zu machen. Daheim, mit eigenen Übungen oder YouTube-Tutorials, oder Uni-Sport: Hauptsache Bewegung.

    Welche Vorsätze ich mir sonst genommen habe, wie man Vorsätze erreicht und wieso ich nichts vom Vorsätze-Pessimismus halte, lest ihr hier.

    12. Inspiration: ARD-Doku »Gutes Leben – ohne Konsum?«

    »Weniger ist mehr« – dachten sich zwei Familien, kündigten ihre Wohnung und zogen in eine Jurte bzw. ein Tiny House. Dass man auch außerhalb des Systems glücklich sein kann, dass man zum Leben nicht viel braucht, zeigt die Doku.

    Spoiler: Ganz ohne Konsum geht es dann aber doch nicht.

    Hier geht’s zur Doku.

    Geeignet für: Minimalisten und Aussteiger

     

    Was waren eure Entdeckungen im Januar? Was sollte man auf jeden Fall sehen, lesen oder machen? Ich freue mich über Ideen und Anregungen!

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