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    Hamburg: City Nord

    Vergangene Woche war ich zum ersten Mal in der City Nord. Oder besser gesagt: bewusst dort. Auf dem Weg zum Flughafen kommt man automatisch daran vorbei. Gemeinsam mit rund 60 anderen Fotobegeisterten streifte ich bei einem InstaWalk, #meetbrutalismhh, durch die in den Fünfzigerjahre konzipierte Bürostadt im Norden Hamburgs.

    Die Post-Pyramide

    Der Grund für unseren Spaziergang: Die Post-Pyramide soll im Sommer abgerissen werden. Das Gebäude der Oberpostdirektion entstand Mitte der Siebzigerjahre, mehr als vier Dekaden arbeiteten hier 1.400 Postangestellte. Die letzten verließen 2015 das marode Bauwerk, das auch als Affenfelsen bezeichnet wird.


    Architektur-Fans forderten den Erhalt der Post-Pyramide. Allerdings halten die Investoren eine Sanierung wegen Brandschutz-Schwierigkeiten, Asbest und der schlechten Qualität des Baus nicht für lohnenswert. Stattdessen sollen hier Wohnungen entstehen.

    Leider konnten wir das Gebäude nur von außen fotografieren – Bauzäune verwehren den Eintritt, das Objekt wird zudem videoüberwacht. Und so sehr ich Lost Places auch liebe, das Risiko wäre es vermutlich nicht wert.

    Die Post-Pyramide wurde im Stil des Brutalismus errichtet. Der Name leitet sich aus dem Französischen ab, »béton brut« heißt übersetzt Rohbau. Besonders in den Sechzigern und Siebzigern entstanden viele Gebäude in dieser Bauweise.

    Chronik der Post-Pyramide:

    • Am 14. November 1974 wird der Grundstein gelegt.
    • Nach drei Jahren – zwischen dem 1. Juli und dem 14. Oktober 1977 – ziehen die Postmitarbeiter ein.
    • 2005 verkauft die Deutsche Post AG das Gebäude.
    • 2011 wird die Post-Pyramide kurzzeitig zwangsgeräumt wegen Brandschutz-Problemen.
    • 2015 ziehen die letzten Angestellten der Post aus.
    • 2016 verkauft der Investor das Bauwerk weiter, der Abriss war da bereits beschlossen.
    • Seit März 2017 grenzen Bauzäune das Gebäude ab. Im Sommer soll der Abriss vollends vonstatten gehen.
    • Der Neubau soll Ende 2019 fertiggestellt werden.

    Die City Nord auf einem Blick:

    • Die City Nord entstand Ende der Fünfzigerjahre auf Grundlage eines Konzepts des damaligen Hamburger Oberbaudirektor Werner Hebebrand
    • Die Idee war eine Bürostadt, die Hauptverwaltungen Hamburgs sollten in einer attraktiven, stadtnahen Umgebung angesiedelt sein (in der Nachbarschaft der Flughafen und der Stadtpark, in die Stadt braucht man auch nicht lang).
    • Das Projekt galt damals als eines der größten und anspruchsvollsten Europas.
    • In der Vergangenheit sind viele Neubauten entstanden, viele Unternehmen sanierten ihre Häuser.
    • Rund 30.000 Menschen arbeiten heute noch hier.



    Der Spaziergang führt uns aber nicht nur zur Post-Pyramide, sondern auch zu anderen Bauwerken der City Nord: Wir passierten unter anderem Vattenfall (Bilder oben) und EDEKA.

    Mein Highlight bleibt aber ein Parkdeck, die pinken Wände sind eine perfekte Fotokulisse.


    Das Beste am Spaziergang waren aber nicht die Gebäude selbst, sondern die Menschen, mit denen ich sie fotografiert habe. Beim nächsten InstaWalk bin ich hoffentlich wieder dabei.


    Wart ihr schon mal bei einem InstaWalk in eurer Stadt dabei? Was habt ihr entdeckt?

    Quellen: NDR – Abschied von der Post-Pyramide sowie Website der City Nord.

     

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