12 in 12

Meine Empfehlungen im April

Die vergangenen vier Wochen haben sich für mich angefühlt wie ein halbes Jahr, es ist einfach so viel passiert – verrückt. Ich bin umgezogen und hab endlich meine Masterarbeit angemeldet, bei der Arbeit hat sich etwas verändert, ich hab sehr viel Sport gemacht, mich bewusster ernährt, viel gelesen, Freunde getroffen, und und und. Eigentlich wäre ich jetzt schon wieder urlaubsreif; aber das ist gerade erst mal nicht drin. Egal, über Ostern geht’s heim in den Süden – das ist ja immerhin schon etwas.

Jetzt aber erst mal meine Empfehlungen im April.

Was ist »12 in 12« überhaupt?
Die Idee dahinter ist einfach: zwölf Empfehlungen in zwölf Monaten. Ich teile in der Serie Entdeckungen aus verschiedenen Bereichen: Buch-, Film- oder Reisetipps, Texte, Inspirationen und alles, was mir sonst in den Weiten des Internets oder analog begegnet.

Ich freue mich natürlich auch über eure Monatsempfehlungen – sei es in den Kommentare, auf Facebook, per Mail oder auf meinen anderen Kanälen!

1. Buch: »Meine geniale Freundin« – Elena Ferrante

Wie fast immer bei Büchern war ich auch bei »Meine geniale Freundin« sehr spät dran. Der Bestseller landete erst im Frühjahr dieses Jahres bei mir. Wenn Bücher derartig gehypt werden, bin ich meistens sehr skeptisch. »Meine geniale Freundin« mochte ich aber direkt.

Die Geschichte hat mich berührt – wahrscheinlich, weil ich in meiner Kindheit selbst mehrere Sommer an italienischen Stränden verbracht habe. Oder weil ich weiß, wie es ist, wenn man sich und seine Leistung ständig misst. Oder weil ich auch schon sämtliche Facetten von Freundschaft erlebt habe. Arg viel mehr will ich über den Inhalt an dieser Stelle gar nicht verraten.

Nur Lila fehlte mir. Lila, die nicht auf meine Briefe antwortete. Ich befürchtete, dass sie etwas Schönes oder Schlimmes erlebte, ohne dass ich dabei war. Es war eine alte Angst, eine Angst, die mich nie verlassen hatte, die Angst, mein Leben könnte an Intensitivität und Gewicht verlieren, wenn ich Teile ihres Lebens verpasste.

Ferrante ist mit dem ersten der Neapel-Bücher auf jeden Fall etwas Besonderes gelungen; ich konnte das Buch teils gar nicht mehr weglegen. Das liegt nicht unbedingt daran, dass im Buch super viele spannende Dinge passiert. Die Geschichte ist einfach schön erzählt, die Sprache ist klar und insgesamt liest sich der Roman gut.

Medienstimmen von vier SPIEGL ONLINE-Autoren gibt es hier.

Geeignet für: Italien-Fans, Menschen, denen Freundschaft sehr wichtig ist

2. Film: »Minimalism – A Documentary About the Important Things«

Joshua Fields Millburn und Ryan Nicodemus haben durch persönliche Schicksalsschläge für sich erkannt, dass weniger wirklich mehr ist. Seit ein paar Jahren schreiben die beiden Amerikaner einen Blog, der den nicht ganz bescheidenen Namen »The Minimalists« trägt. Bekannt wurden die zwei unter anderem durch ihren TedTalk, jetzt ist eine Doku über ihren Lebensstil und ihr Schaffen auf Netflix erschienen.

Die Dokumentation verdeutlicht noch einmal, wie unwichtig materielle Dinge sind und wie befreiend es sein kann, sich von Unnötigem zu trennen.

We are living our life depending on the space we’ve got rather than creating our space to fit our lives.

Dadurch, dass wir heutzutage in immer größeren Wohnungen leben, horten wir auch immer mehr Dinge an. Oft sind es solche, die wir zum Leben überhaupt nicht benötigen und die uns irgendwann vielleicht sogar belasten; wir bekommen das Gefühl, dringend ausmisten zu müssen. Uns von all dem Unrat zu verabschieden, der uns nicht glücklich macht. Denn letztendlich braucht es zum Leben nicht viel.

Geeignet für: Minimalisten und alle, die beim Frühjahrsputz gerne etwas ausmisten und sich noch einmal inspirieren lassen wollen

3. Rezept: Süßkartoffeln aus dem Ofen

Ich liebe Kartoffeln. Schon immer irgendwie. Während meine Schwester und Mum eher im Team Nudeln sind, schwöre ich auf Kartoffeln – egal, in welcher Variation. Seit etwa einem Jahr hat’s die Süßkartoffel auch auf meinen Speiseplan geschafft – am liebsten jedoch aus dem Ofen.

So geht’s:
Süßkartoffel schälen und in kleine Würfel schneiden. Mit etwas Öl und Kräutern nach Wahl vermengen, auf ein Blech geben und bei 200 Grad für circa 20 Minuten in den Backofen. Dazu noch einen Dip oder Ketchup und Mayo, fertig.

Geeignet für: Leute, die keine Lust auf kochen haben. Eignet sich auch als Kater- Essen.

4. Reise: Saint Michel, Frankreich

Man muss nicht immer weit weg reisen, um Schönes zu finden. Auf Instagram speichere ich mir deshalb auch immer mal wieder Destinationen und Orte auf, die in Europa sind. Dieses Bild von Saint Michel hat mich inspiriert, mal wieder nach Frankreich zu fahren – ich kenne noch viel zu wenig von unserem Nachbarland.

Mont Saint-Michel, France | Photography by © (@morganplr) #earthofficial

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5. DIY: Light Box

Nahezu jeder hippe Laden scheint eine Light Box zu haben; ist ja auch praktisch – die Teile sehen stylish aus und man kann kleine Botschaften damit übertragen. Natürlich gibt’s dazu auch (viele) DIY-Varianten, hier eine kleine Auswahl:

Alternativ finden sich auch Varianten ohne Leuchtmittel, wie hier etwa. Noch mehr Inspirationen findet ihr auf Pinterest.

6. Text: »Der Fotograf von Auschwitz«

Kein leichtes, aber ein wichtiges Stück: Die Geschichte von Wilhelm Brasse, einem Auschwitz-Überlebenden, erzählt dessen bewegende Zeit im Konzentrationslager und seine Arbeit dort als Fotograf.

Im vergangenen Jahr reiste ich durch Polen, dabei besichtigte ich das ehemalige KZ Auschwitz. Die Fotos von Brasse sind zum Teil dort auch ausgestellt; sie zeigen Menschen, die jede Hoffnung verloren haben. Menschen, die trotz allem noch ihre Würde behalten haben. Menschen, die noch versuchen zu lächeln.

Brasse hat es mit seinen Bildern geschafft, den Insassen von Auschwitz ein letztes bisschen Würde zu geben; für viele war es das letzte Foto. Beim Betrachten der Fotos kämpfte ich mit den Tränen, mein Hals schnürte sich zu, begleitet von dem Gefühl des Unverständnisses und der Ohnmacht ob der Grausamkeiten. Umso spannender fand ich es, etwas über den Fotografen zu erfahren.

Hier geht’s zum Text.

7. Song: »Tell me« – Ziggy Alberts

Momentan höre ich irgendwie zwei Playlists bei Spotify rauf und runter: meine Sport-Playlist und die Lieder, die ich beim Radio gelikt habe. Bei Letzterer ist auch »Tell me« von Ziggy Alberts dabei. Die Musik von Ziggy lässt sich am besten mit Folk bzw. Singer/Songwriter beschreiben. Der Australier surft außerdem und bezeichnet sich selbst als Umweltenthusiast.

Die Musik von Ziggy ist teils etwas schwerfällig, aber ich mag ja dieses Melancholische manchmal.

Geeignet für: Indiefans, die’s auch mal ruhiger mögen

8. Magazin: »Päng!«

»Päng!« gibt es schon seit 2011, das Indie-Mag entstand im Rahmen einer Bachelorarbeit. Die Idee: ein Heft, um neue Dinge zu entdecken, wie etwa das wilde Leben. Ich habe zwar nur eine Ausgabe davon, aber ich mochte sie – die Geschichten sind schön ausgewählt, die Optik ist ansprechend, das Papier fühlt sich gut an.

Ob es weitere Ausgaben gibt, konnte ich leider nicht herausfinden.

Geeignet für: Leute mit Entdeckerlust

9. Fotografie: Wie man sich auf Landschaftsfotos vorbereitet

Beim Fotografieren sind viele Dinge wichtig: zunächst natürlich das Motiv, dann das Timing und oft auch die richtige Planung. Vor allem bei Landschaftsbildern ist Letzteres relevant. Hier findet ihr die Tipps, wie ihr euch auf Naturfotos besser vorbereitet.

10. Blog: »Trashless Society«

Den Blog von Luise und Christoph gibt es noch gar nicht so lang, sie schreiben über alles, was mit Zero Waste zu tun hat – seien es Tipps fürs unverpackte Einkaufen oder Reisen oder DIYs, mit denen man Müll vermeidet. Bei einem Vortrag über Zero Waste konnte ich die beiden neulich persönlich treffen – und fand sie direkt sympathisch. Ein Grund mehr, ihren Blog hier vorzustellen.

Empfehlenswerte Posts:

Hier geht’s zum Blog.

11. Erkenntnis: »Life happens while your busy making other plans«

Die vergangenen Wochen ist so unglaublich viel passiert; aber vor allem sind auch so viele Dinge geschehen, die ich so überhaupt nicht erwartet hätte. Dementsprechend war ich mal sehr positiv, mal sehr negativ überrascht. Und wieder mal zeigte sich, dass man das Planen im Prinzip auch lassen kann – denn am Ende wird’s doch ganz anders. (Und meistens ist das nicht mal schlecht).

12. Inspiration: »Take the Risk or Lose the Chance«

Die Inspiration dieses Mal hab ich irgendwo aufgeschnappt – ich weiß gar nicht mehr genau, woher. Wie dem auch sei: Entscheidungen fallen mir nach wie vor nicht leicht, aber dieses Zitat sagt eigentlich alles. Meistens lohnt es sich, etwas zu riskieren. Denn mal ehrlich: Wie oft bereuen wir Dinge, die wir nicht gemacht haben? Und wie oft die Dinge, die wir gemacht, die wir uns getraut haben? Eben.

Was waren eure Entdeckungen in diesem Monat? Was sollte man auf jeden Fall sehen, lesen oder machen? Ich freue mich über Ideen und Anregungen!

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