12 in 12

Meine Empfehlungen im August

Ende Juli habe ich es endlich mal wieder nach Hause an den Bodensee geschafft, eine Schulfreundin hat geheiratet. Es war sehr schön, alle mal wiederzusehen, ein paar unbeschwerte Tage daheim zu verbringen, im See zu schwimmen und den Sommer zu genießen.

Die restliche Zeit des vergangenen Monats verbrachte ich mit der Masterarbeit und Bewegung.

So langsam heißt es auch Endspurt, was meine Masterarbeit angeht – leider bisher mehr vom nahenden Abgabedatum her als von dem, was auf dem Papier bzw. im Word Dokument bisher passiert ist. Wobei, so schlecht sieht es gar nicht aus. Ich bin jedenfalls guter Dinge, am Ende hat noch immer alles (irgendwie) geklappt.

Zur Bewegung: Ich versuche gerade, jeden Tag 10.000 Schritte zu gehen. Das klappt überraschend gut, manchmal ist es etwas schwierig – wenn ich zum Beispiel den Tag mehr oder weniger nur vorm Schreibtisch sitze. Sollte ich das länger durchziehe, schreibe ich mal etwas darüber auf dem Blog.

Heute teile ich aber erst mal meine Entdeckungen der vergangenen vier Wochen mit euch. 

Was ist »12 in 12« überhaupt?
Die Idee dahinter ist einfach: zwölf Empfehlungen in zwölf Monaten. Ich teile in der Serie Entdeckungen aus verschiedenen Bereichen: Buch-, Film- oder Reisetipps, Texte, Inspirationen und alles, was mir sonst in den Weiten des Internets oder analog begegnet.

Ich freue mich natürlich auch über eure Monatsempfehlungen – sei es in den Kommentare, auf Facebook, per Mail oder auf meinen anderen Kanälen!

1. Buch: »Panikherz« – Benjamin von Stuckrad-Barre

Kategorie: Bücher, die ich erst nach ihrem Hype gelesen habe. Aber der Hype war berechtigt.

»Panikherz« hat mich wirklich gefesselt, berührt, mitgenommen, entsetzt.

Benjamin von Stuckrad-Barre erzählt von seinem Leben, genauer gesagt von der Zeit, als er drogensüchtig und essgestört mehrere Entzugskliniken besuchte. Vielleicht sollte man deshalb eher Überleben schreiben. Daneben beschreibt er seine Liebe zu Udo Lindenbergs Liedern, die Geschichte wird immer wieder von Liedzeilen unterbrochen. Und wie er zum Schreiben kam.

»Dann klopfte ich an meinem dünnen Hals herum, ich SAH, dass ich dünn war, ich verstand es aber nicht.« – S. 248

Etwas gewöhnungsbedürftig: Die Kapitel fangen immer links an; wirkte anfangs etwas beklemmend, aber vielleicht passt es auch gerade deshalb wieder sehr. Manche Worte sind in VERSALIEN hervorgehoben – auch das empfand ich anfangs als störend.

»Die Abschlussuntersuchung anderntags absolvierte ich komplett dichtgekokst, und spätestens beim EKG dachte ich, Wahnsinn, mein Herz klopft so, das müssen die doch MERKEN. Sie merkten es nicht.« – S. 253

Geeignet für: Udo-Lindenberg-Fans, Leute, die selbst einmal drogensüchtig und/oder essgestört waren oder die sich einfach für Einzelschicksale interessieren. Wer Thomas Melles »Welt im Rücken« mochte, wird »Panikherz« vermutlich auch mögen.

2. Film: »To the Bone«

Darum geht’s: »To the Bone« handelt von Ellen (gespielt von Lily Collins, die Tochter von Phil Collins), einer 20-Jährigen, die an Anorexie leidet. Die Handlung ist relativ vorhersehbar – inklusive obligatorischer Familientherapie – ohne hier jetzt großartig etwas spoilern zu wollen. Dennoch gibt es auch überraschende Szenen. Denn das Drama behandelt Essstörungen auf einer eher psychischen Ebene, es geht nur sekundär ums Essen bzw. Nicht-Essen.

Wie realistsch ist »To the Bone«? Sit-ups, um abzunehmen, so viel bzw. so wenig essen in der Klinik, wie man möchte, eine Hauptdarstellerin die selbst abgemagert noch hübsch aussieht, statt purer Isolation und Rückzug gemeinsam Filme sehen, mit anderen quatschen und eine Party organisieren – »To the Bone« hat mit der Realität von Essgestörten nicht viel zu tun, schreibt Larissa Sarand, selbst von Magersucht betroffen (gewesen), auf bento. Das mag aus ihre Perspektiv stimmen, allerdings verläuft jede Krankheit anders. Nicht jeder schottet sich komplett ab, nicht jeder betreibt exzessiven Sport. Natürlich beschönigt der Film Essstörungen irgendwie; aber es ist halt auch ein Film. Dass komplette Therapie-Gespräche oder dergleichen abgebildet werden, das kann kein Film schaffen.

So fand ich den Film: Gut fand ich, dass im Film nicht ewig nach dem einen Grund gesucht wird, weswegen Ellen, oder Eli, wie sie sich später nennt, mit der Essstörung kämpft. Gleichzeitig wird dem Zuschauer Raum gelassen für eigene Interpretationen. Und natürlich könnte einiges besser sein – aber immerhin gerät das Thema so wieder mehr in die öffentliche Debatte und das ist gut.

Ach ja: Unbedingt auf Englisch anschauen. Im Deutschen gehen vermutlich viele Wortwitze verloren.

Geeignet für: Alle, die selbst mal von einer Essstörung betroffen waren; jemanden kennen, der davon betroffen ist/war oder die sich für das Thema generell interessieren. Achtung – kann womöglich triggern!

3. Rezept: Marmelade

Sommer ist Marmeladen-Zeit! Vor einer Weile habe ich ein Rezept für Erdbeer-Marmelade mit euch geteilt. Hier kommt ihr zum Blogpost und zur Anleitung.

4. Reise: Reisen – und dafür bezahlt werden

Was für viele ein Traum ist, haben Jack Morris (@doyoutravel) und seine Freundin Lauren geschafft: Sie leben vom Reisen. Die beiden bekommen für ein Foto auf Instagram mehrere Tausend Euro. Inzwischen haben die beiden schon 45 Länder dadurch bereits. One day, baby.

This Couple Gets Paid To Travel The World

Literally the best job in the world 🙌🌍Gypsea Lust & Doyoutravel

Posted by LADbible on Samstag, 22. Juli 2017

5. DIY: Macrame

Makramee, das ist eigentlich die Bezeichnung für eine bestimmte Knüpftechnik. Auf Pinterest, Instagram und Blogs findet man immer öfter Anleitungen dafür. Wer also ein bisschen Urban-Jungle-Feeling in seine Wohnung bringen mag, der knüpfe drauf los.

Ob ich mich selbst dran wagen werde, weiß ich noch nicht. Schick sind die Teile schon. Allerdings kenne ich mein Talent für Handarbeit – bei meinem Glück würde das sicher total scheitern. Also wenn, dann vielleicht lieber mal den Staubsauger parat stellen…

DIY Macrame Plant Hanger

Having plants in your home makes the space so much calmer! Try these easy DIY hanging plants to get zen at home🌱!FULL INSTRUCTIONS: http://bzfd.it/2hvSaAr

Posted by Goodful on Montag, 7. August 2017

6. Text: »Pssst«, machte meine Mutter, wenn ich auf der Sprache Polnisch sprach

Emilia Smechowski wird in Polen geboren. Als Kind zieht sie mit ihrer Familie nach Deutschland. Smechowski beschreibt, wie es ist, in zwei Kulturen aufzuwachsen und von ihrer Suche nach Heimatgefühl.

Da ich selbst in meiner Kindheit oft umgezogen bin, suche ich selbst auch immer noch ein bisschen nach einem Ort, an dem ich ankommen kann; wer weiß, ob ich eine Art Heimat wirklich mal finde – schlimm finde ich das aber nicht. Für mich sind Orte nicht so wichtig wie die Menschen, die ich mit ihnen verbinde.

Circa zwei Millionen Menschen mit polnischen Wurzeln leben in der Bundesrepublik.

Hier geht’s zum Text.

7. Musik: Shakey Graves

Dieses Mal konnte ich mich für keinen einzelnen Song entscheiden – stattdessen möchte ich euch Shakey Graves empfehlen, einen amerikanischen Blues-/Folk-/Rock’n-Roll-Sänger.

Zugegeben, das Gelaber nervt zwischen durch etwas.

8. Magazin: »Hygge«

Spätestens seit unserem Trip nach Kopenhagen vor zwei Jahren bin ich Dänemark-Fan. Das Design, die bunten Häuser, Fahrräder, Zimtschnecken – nur ein paar Gründe, Dänemark zu mögen. Dieser ganze Lifestyle, es sich gemütlich zu machen, Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen, der ist mittlerweile auch in Deutschland angekommen und wird als Hygge bezeichnet.

Kurzum: Ich habe mich von all diesem Impressionen leiten lassen und mir das erst kürzlich erschienene, gleichnamige Magazin Hygge gekauft.

Würde ich es wieder tun? Eher nicht.


Es ist nicht so, dass das Magazin schön anzuschauen wäre – das ist es. Es gibt Rezepte, Reisetipps für Arhus, DIY (Nähanleitungen), Interior-Kram (Deko-Tipps) – also eigentlich alles, wa so ein Lifestyle-Magazin braucht.

Aber irgendwie ist mir das zu wenig.

Ich kann mir eine zweite Ausgabe von Hygge schlecht vorstellen. Noch einmal das Konzept hinter Hygge erklären, wird dann ja kaum möglich sein. Andere Rezepte, okay. Ein anderes DIY, von mir aus. Aber irgendwie weiß ich nicht, ob diese Zeitschrift am Kiosk wirklich braucht – so hart das vielleicht auch klingen mag.

Das liegt an mehreren Dingen:

  • Die Geschichten im Heft sind mir einfach zu oberflächlich. Sommerurlaub in Schweden? Sicher, nett. Gemeinsam kochen mit Freunden? Auch schön. Aber irgendwie fehlt mir da die Tiefe. Ich möchte nicht immer nur Geschichten aus der Ich-Perspektive lesen, das ist mir irgendwie zu repetitiv. Ich brauche mehr Abwechslung.
  • Das ist alles irgendwie erwartbar. Es passt auch, wenn man gerade im Wartezimmer oder so sitzt und kurz durch eine andere, pastelligere Welt blättern möchte.
  • Mir fehlen die Ideen, die ich nicht gleich finden würde, wenn ich einfach »Hygge« ins Suchfeld von Pinterest eingeben würde. Kerzen machen es zu Hause gemütlich? Ehrlich? Und Decken auch, ja? So was.

Geeignet für: Alle, die sich einfach mal etwas berieseln lassen wollen.

9. Fotografie: Manuell Fotografien – Grundlagen

Lisa von Mein Feenstaub teilt auf ihrem Blog Tipps für die manuelle Fotografieren. Ganz Basic, aber genau deshalb finde ich es toll. Ich fotografiere selbst jetzt schon seit ein paar Jahren mit einer Spiegelreflex, das meiste habe ich von Freunden oder Learning by Doing gelernt.

Aber ist schön, wenn man gerade am Anfang noch einmal ein paar Grundlagen an der Seite hat; hätte mir damals viel geholfen.

Hier geht’s zum Guide.

10. Blogpost: »Getting Shit Done«

Die To-Do-Liste ewig lang, die Motivation irgendwann abhanden gekommen – der tägliche Struggle. Joanna teilt ihre Tipps auf dem Blog, wie sie richtig viel geschafft bekommt – und die Prokrastination bekämpft.

Ich werde das in den kommenden Wochen mal genauer testen.

Hier geht’s zum Post.

11. Zitat: »You have to want it more than you are afraid of it.«

Manchmal muss man die Dinge einfach wollen. Dann ist es einem auch egal, ob es nicht klappen könnte, was passieren würde und so weiter. Vielleicht sollte man viel öfter Dinge machen, vor denen man erst Angst hat. Und überhaupt mutiger sein.

Meistens bereut man ja eher die Dinge, die man nicht getan hat.

Also, worauf warten wir?

12. Inspiration: Body Positivity à la Dariadaria

Body Positivity erfährt gerade irgendwie einen Hype – gefühlt überall liest man darüber.

Und doch werden immer noch viele wegen ihres Körpers, aber auch wegen ihrer Einstellung zum eigenen Körper dumm angemacht. »Du bist doch gar nicht so dick.«, »Dass du dich wegen der zwei Pickel aufregst – ich leide unter richtiger Akne.« – ähnlichen Vorwürfen musste sich Bloggerin Dariadaria auf Instagram neulich stellen. Sie sei doch hübsch, sie könne doch so viele Yoga-Posen. Ja, das stimmt wohl. Aber dahinter, also dem Yoga-Know-how, steckt ja auch viel Übung. Und überhaupt: Nur, weil wir eine Seite sehen, heißt das ja noch lange nichts, dass wir darüber urteilen können.

Denn Body Positivity bedeutet auch, dass man nicht nur den eigenen Körper akzeptiert, sondern auch andere. Und das impliziert, dass man auch die Probleme der anderen akzeptiert.

Für den einen mögen das in Anbetracht der eigenen Probleme vielleicht Kleinigkeiten sein, aber jeder hat eben seine Perspektive. Deshalb sollte man auch jeden und seine Probleme ernst nehmen.

Since yesterday I’ve received over 300 messages from you, most of them so supporting and I am so thankful for that. You guys are pure love! ❤️ Still I wanted to address one more time how much it hurt me that some people tell me: „you’re pretty, you wouldn’t know how it feels to be ugly/fat/insertwhateveryoulike“ and „you’re body is healthy and perfect, I mean you can do great yoga poses.“ Also I can’t tell you how often in the past years people have told me things like „what you’re doing isn’t really actual work“ or „Well you must be rich.“ Yes, I don’t know how it is to be overweight, I don’t know how it is to have severe acne. I do know how it is to have scoliosis and be in medical treatment for two years now because of severe back pain that I wake up with every morning and how it is to not being able to do backbends like other people in yoga class. I know how it is to be mobbed, I know how it is to grow up with a disabled parent, I know how it feels to be unloved and rejected, I know how it feels to lose someone and I know how it feels to have a burn out. I know abuse and not having money. My pretty face has got me a lot of compliments, it has certainly opened me some doors, because this world is fucking superficial but it hasn’t given me wealth, support, love, friends, education or luck. My pretty face is just a face. We need to stop reserving body positivity and only „allow people to the club“ when they meet certain requirements. We need to stop assuming that pretty people are happy, just like Robin Williams seemed a happy comedian all is life but ended up showing the world that he was sad and sick on the inside. Body positivity is, in the end, the idea to feel comfortable in your own skin. It’s not limited to women (which also bothers me, because also men are allowed to feel body positive) and not exclusively reserved to anyone. If I could, I would instantly make everyone feel beautiful and make everything go away, but I simply can’t. So please don’t project your anger and discontent on other women, just because they allow themselves to feel and act in their own personal radius of emotions and experiences. We all struggle sometimes and that’s okay. ❤️

Ein Beitrag geteilt von Daria Alizadeh (@dariadaria) am

Weitere Instagrammer, die sich mit Body Positivity beschäftigen, findet ihr hier.

Und, was waren eure Entdeckungen des Monats?

Merken

Merken

You Might Also Like

No Comments

Leave a Reply