12 in 12

Meine Entdeckungen im Januar

Der erste Monat des neuen Jahres, das gar nicht mehr so neu ist, neigt sich dem Ende. Ich mag den Jahresanfang; er gibt mir neue Motivation, die Sachen auszuprobieren, die ich mir schon lange vornehme, lässt mich von Reisen träumen, die ich noch machen werde,  und von den vielen anderen Dinge, die ich in diesem Jahr zum ersten Mal machen, schmecken, sehen, erleben werde. Ja, natürlich ist es vollkommener Quatsch – nur weil sich das Kalenderblatt ändert, heißt das ja nichts.

Man muss die Veränderung auch wollen, aktiv an ihr arbeiten und sie zulassen.

Und das habe ich in den vergangenen vier Wochen gemacht:

  • Mein Ziel, im Schnitt 10.000 Schritte am Tag zu gehen, habe ich geschafft.
  • Ich mache regelmäßig Sport – meistens pro Woche zwei bis drei Stunden.
  • Ich lese jeden Tag. Bisher habe ich zwar „nur“ zweieinhalb Bücher, die ich von der Liste abhaken kann. Aber es kommen ja noch ein paar Monate.

Und ich bin insgesamt zufriedener.

Weil ich mehr darauf achte, was ich selbst wirklich will. Das hat zur Folge, dass ich auch mal ein Wochenende nur zu Hause bin – weil ich gern auch mal allein bin, weil zu viel Gesellschaft nichts für mich ist (die Introvertierten und Hochsensiblen unter euch wissen, was ich meine). Dann gibt es aber natürlich auch Abende oder Kaffee-Dates mit Freunden, die mir genauso wichtig sind. Die Balance macht’s.

Davos, 2014

Ein weiterer Vorsatz: Ich will wieder mehr bloggen. Dazu gehört auch, dass ich wie im vergangenen Jahr meine Entdeckungen hier mit euch teile.

Was ist »12 in 12«?
Die Idee dahinter ist einfach: zwölf Empfehlungen in zwölf Monaten. Ich teile in der Serie Entdeckungen aus verschiedenen Bereichen: Buch-, Film- oder Reisetipps, Texte, Inspirationen und alles, was mir sonst in den Weiten des Internets oder analog begegnet.

Ich freue mich natürlich auch über eure Monatsempfehlungen – sei es in den Kommentare, auf Facebook, per Mail oder auf meinen anderen Kanälen!

1. Buch: »The Power of Habit: Why we do what we do and how we change« –Charles Duhigg

Jeden Morgen stehe ich am exakt selben Punkt, wenn ich auf die U-Bahn warte. So kann ich genau da aussteigen, wo die Rolltreppe ist. In der Regel nehme ich zwar die Rolltreppe, gehe die Stufen aber nach oben. Ich bin dann schneller und schaffe meistens den früheren Anschluss. All das passiert nicht bewusst, es sind Gewohnheiten.

Und genau davon handelt »The Power of Habit« von Charles Duhigg. Ich bin zwar erst halb durch damit – ich lese es aus Gewohnheit  nur in der U-Bahn –, kann es aber jetzt schon empfehlen. Denn Duhigg schafft es, wissenschaftliche Erkenntnisse in nette Anekdoten zu verpacken – etwa, wie der Schwimmer Michael Phelps seine Gewohnheiten verändert hat oder wie Febreze weltweit erfolgreich werden konnte – und vermittelt gleichzeitig gute Ratschläge, die man selbst anweden kann.

Mir sind jedenfalls schon viele meiner Gewohnheiten dadurch bewusster geworden und ich lerne, wie ich die ungewollten verändere.

Das Buch passt auch sehr zum Jahresanfang, zu den Vorsätzen und zur Motivation etwas zu ändern.

Geeignet für: Alle, die ihre Gewohnheiten verändern wollen oder die sich für (Verhaltens)Psychologie interessieren

Davos, 2014

2. Film: »Wonder Woman«

Ich bin bei Filmen ja immer ein richtiger Late Adopter; wenn alle in meinem Umfeld die ganzen Kinofilme schon gesehen haben und längst nicht mehr darüber sprechen, schaue ich sie an. Ich weiß auch nicht, woran das liegt; vielleicht ist es noch ein Überbleibsel meines trotzigen Teenager-Ichs, das erst mal alles ablehnt, was alle anderen gut finden und ja nicht das macht, was gerade alle machen. I don’t know.

Jedenfalls habe ich Anfang Januar endlich, endlich auch mal »Wonder Woman« gesehen.

Meine Erwartungen waren hoch, schließlich haben ein paar Bekannte den Film richtig gehypt. Und ich muss sagen, ich wurde nicht enttäuscht. Zwar hatte ich davor keine Ahnung von der Handlung – ich bin echt ein Filmbanause, muss ich gestehen –, und war etwas überrascht, aber ich mochte ihn. Und hab danach von Trump und Senfgas geträumt, aber das ist eine andere Geschichte.

Eine Frau in der Hauptrolle, von einer Frau Regie geführt – das spricht auf jeden Fall auch für den Film. Aber auch die Umsetzung ist gelungen, wenngleich teils etwas hollywoodmäßig too much. Aber ja, kann man gut schauen, kann man gut empfehlen.

Geeignet für: Actionhelden-Fans

3. Serie: The End of the Fucking World

Da ist James, 17-Jähriger, der glaubt, ein Psychopath zu sein und der als Kind seine Hand in eine Fritteuse tauchte, um zu sehen, ob er etwas fühlt. Und dann ist da Alyssa, die neue Schülerin in der Klasse, die so ihre eigenen Probleme hat. Die beiden lernen sich kennen, machen einen verrückten Roadtrip und ziemlich viel Scheiß. Mehr will ich an dieser Stelle nicht verraten.

Die Serie ist ziemlich strange, aber irgendwie auch cool – allein wegen der Musik.

Die acht Folgen der ersten Staffel sind auf Netflix zu sehen, sie dauern jeweils nur zwanzig Minuten.

4. Musik: »Watermelon« – Tom Rosenthal

Kein richtiger Lieblingssong, aber ich hör’s trotzdem dauernd: »Watermelon« von Tom Rosenthal.

Meine Schwester hat das Lied nämlich in eines der Urlaubsvideos geschnitten, das sie mir geschenkt hat. Dementsprechend assoziiere ich mit diesem Lied Urlaub, Sonne und Tanzen.

Und es bringt mich zum Lächeln, weil’s so herrlich quatschig ist.

5. Podcast: »Durch die Gegend mit – Margarete Stokowski«

2017 habe ich Podcasts für mich entdeckt, Stichwort: Late Adopter. Eigentlich komisch, schließlich habe ich nach dem Abi mal ein Praktikum beim Radio gemacht und während des Bachelors und Masters eigene Podcasts produziert. Dennoch habe ich nie welche privat gehört.

Inzwischen arbeiten immer mehr deutsche Onlinemedien mit Podcasts, auch Blogger entdecken dieses Format vermehrt für sich und Podcasts wurden so für mich präsenter.

Hinzu kommt, dass ich im vergangenen Jahr durch die vielen Zug- und Busfahrten und das Joggen viel Zeit fürs Anhören hatte. Mittlerweile höre ich auch oft beim Putzen Podcasts oder wenn ich Bilder bearbeite.

So, und jetzt endlich die Empfehlung: Auf die Podcastreihe »Durch die Gegend« von Viertausendhertz bin ich durch einen Kollegen aufmerksam geworden. Wie der Name bereits verrät, geht der Journalist Christian Möller dabei mit seinen Interviewpartnern durch die Gegend, meistens erfährt man auch etwas über die Kulisse. Die Folgen sind recht lange, eignen sich daher besonders für lange Fahrten im Bus oder mit der Bahn.

Meine bisherige Lieblingsfolge war die mit der Kolumnistin Margarete Stokowski – was einfach daran liegt, dass ich großer Stokowski-Fan bin. Dennoch hat mich diese Folge überrascht. Arg viel mehr will ich an dieser Stelle aber nicht vorwegnehmen.

Hier geht’s zum Podcast.

Davos, 2014

6. Text: »Ich hatte ein gutes Leben, und jetzt habe ich nichts«

In meiner Masterarbeit habe ich mich mit der Berichterstattung in Echtzeit von Ausnahmesituationen wie Terroranschlägen befasst; darin ging’s auch darum, dass die Opferperspektive von den Medien nur selten aufgegriffen wird. Stattdessen rücken sie oft die Täter ins Licht, versuchen Erklärungen für ihre Motive zu finden und schenken so den Terroristen die Aufmerksamkeit, die sie erstrebt haben – was zu Nachahmungstaten führen kann.

Dabei wollen viele Opfer auch sprechen, sie fühlen sich von den Medien oft zu selten beachtet.

In diesem Text aus dem SPIEGEL kommen die Überlebenden des Berliner Terroranschlags auf den Breitscheidplatz zu Wort – Geschichten, die eigentlich nicht in Worte zu fassen sind und die berühren. Und die einen ratlos machen, warum die Bundesregierung nicht früher auf die Opfer zugegangen ist.

7. Rezept: Kokos-Dhal mit glasierten Auberginen

Thea von Adventures of a Municorn ist mein großes Essensvorbild – sie bereitet sich eigene Lunchboxen vor, die so toll aussehen, dass viele Kantinenchefs neidisch wären. Meistens auch noch vegan, regional und saisonal. Die Zutaten kauft sie oft auf dem Wochenmarkt ein, zudem hat sie eine wöchentliche Ökokiste.

Auf ihrem Blog habe ich ein paar Rezepte gefunden, die ich bald mal nachkochen will – wie dieses Kokos-Dhal. Viele Ideen findet ihr aber auch auf ihrem Instagram-Account.

8. Reise: Schottland

Zwar habe ich noch keine Flüge oder Unterkunft gebucht, aber ich will dieses Jahr unbedingt nach Schottland. Zum einen, weil eine Freundin von mir dort gerade ihren Master macht und ich sie gern besuchen würde; zum anderen, weil die Natur auf Fotos so wahnsinnig schön aussieht und ich seit unserer Slowenien-Reise einfach nur nach draußen will – wandern, fotografieren, offline sein, die Ruhe genießen.

Am liebsten würde ich eine Woche dort verbringen und einen kleinen Roadtrip durchs Land machen.

Wenn ihr Tipps habt, teilt sie gerne in den Kommentaren – ich freue mich über jeden.

Und schon lustig: Früher bin ich nie gerne spazieren, geschweige denn wandern gegangen. Vielleicht hätten mir meine Eltern einfach früher eine Kamera in die Hand drücken sollen.

9. Insta-Account: Juli.Pott

Juli folge ich schon lange. Anfangs habe ich vor allem ihren Blog gelesen, später kamen Snapchat und Instagram hinzu. Und es gibt wohl kaum eine Person in diesem Internet, die so authentisch ist, die zu ihren Gefühlen steht und diese lebt – tanzend, singend, reisend oder auch mal heulend. Und die ihre Followern so viel von sich preisgibt und die das Herzchen so sehr am rechten Fleck hat. Und die es gleichzeitig schafft, unterhaltsam, sympathisch und weise zu sein. Danke dafür!

Hier geht’s zu ihrem Profil.

10. Blogpost: »Über das Alleinsein«

Viele sind nicht gerne allein – weil sie es nicht können oder nicht wollen, vielleicht auch nie gelernt haben. Bei Fee ist das anders: Sie braucht das Alleinsein, um Energie zu tanken, um die Zeit mit anderen wertvoller zu machen.

Ein Text, mit dem ich mich voll und ganz identifizieren kann, denn ich bin auch gern allein.

Hier geht’s zum Text.

Davos, 2014

11. Ort

Keine neue Entdeckung, aber hier bin ich immer gerne: im Café Zeitraum. Es gehört zweifelsohne zu meinen Lieblingscafés in Eimsbüttel, nein, eigentlich sogar in ganz Hamburg. Da es in meiner Straße ist, fühlt es sich fast ein bisschen an wie mein Wohnzimmer. Der Kaffee ist gut, ich mag die leicht durchgesessenen Vintage-Sessel und die Musik. Außerdem toll: Man kann hier sowohl tagsüber als auch abends hin.

Café ZeitRaum
Müggenkampstraße 45 | 20257 Hamburg
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12. Inspiration

Bis zum Frühling dauert’s leider ja noch ein paar Wochen. Vor zwei Jahren habe ich mal eine Liste zusammengestellt, was man alles im Winter machen kann – vielleicht hilft’s ja ein bisschen, um die letzten Wochen zu überstehen. Seit ich fast jeden Tag spazieren gehe, bin ich wacher und auch glücklicher.

Hier geht’s zur Liste.

Wenn ihr Empfehlungen habt – ich freue mich immer über Tipps. Egal, ob Filme, Orte, Bücher oder sonst etwas, was euch begeistert hat.

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1 Comment

  • Reply
    *thea
    Februar 1, 2018 at 10:25 am

    Das ist wieder eine schöne und abwechslungsreiche Liste geworden, liebe Petra! Ich freue mich sehr, dass ich dabei sein darf. Und das Watermelon-Video ist ja cool :D

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