TRAVEL

A Beginner’s Guide to Morocco

Marokko gehörte irgendwie schon immer zu diesen Ländern, die mich fasziniert haben – und das auch lange, bevor ich überhaupt dort war. Im Januar 2017 habe ich es endlich hingeschafft – und eine wahnsinnig spannende Zeit mit Tausenden Eindrücken dort erlebt. Ich war überwältigt ob der Schönheit der Natur und Architektur, hätte am liebsten alles fotografiert, war schockiert über den vielen Müll, überfordert von den vielen Menschen, die uns etwas andrehen wollten oder uns drei Stunden lang im Zug anstarrten, aber vor allem: glücklich.

In diesem Post teile ich mit euch ein paar meiner Insidertipps.

Transport

Mit Binter Canarias ging es für uns von Las Palmas de Gran Canaria nach Marrakesch. Zurück flogen wir von Casablanca mit Royal Air Maroc auf die größte der Kanareninseln. Beide Airlines kann ich soweit empfehlen, bei Binter gab es auf der recht kurzen Strecke – circa zwei Stunden Flugzeit – sogar einen kostenlosen Snack. Auf dem Rückflug hatten wir einen Stopp in Teneriffa, sodass der Flug doppelt so lange dauerte.

Von Deutschland aus steuern zum Beispiel AirBerlin, Condor, Lufthansa, Royal Air Maroc, Transavia Ziele wie Agadir, Casablanca, Tanger oder Marrakesch an; von Hamburg aus habe ich leider keine direkten Flüge gefunden, sonst wäre ich von Marokko aus zurück. Von anderen deutschen Städten wie München, Berlin, Frankfurt oder Köln/Bonn gibt es aber direkte Verbindungen.

Das Atlas-Gebirge von oben

In Marokko reisten wir mit Bus und Zug, um von A nach B zu kommen. Das größte Bahnunternehmen ist ONCF, auf manchen Strecken verkehren nur Busse. Daneben gibt es noch das Busunternehmen CTM, das wir aber nicht getestet haben.

Die Zugtickets kauften (Marrakesch – Casablanca; Casablanca – Chefchaouen – Casablanca) einfach direkt am Bahnhof – bzw. in Chefchaouen im kleinen Office von ONCF.

In meinem Reiseführer und auf mehreren Blogs stand, dass man die Tickets besser im Vorfeld besorgen sollte, da Busse und Züge auch mal ausgebucht sein können. Da wir in der Nebensaison reisten, kann ich dazu nichts sagen; wir hatten keine Probleme, an Tickets zu gelangen. Der Bus von El Arbaa nach Chefchaouen war beispielsweise so gut wie leer. Aber wie gesagt, das kann zur Hauptreisezeit ganz anders aussehen – also lieber einen Tag vorher holen – besonders, wenn man ein straffes Reiseprogramm hat.

Im Zug von Marrakesch nach Casablanca

Bus- und Bahnfahren ist in Marokko recht günstig. Für die dreistündige Zugfahrt von Marrakesch nach Casablanca zahlten wir umgerechnet 8,50 Euro/Person. Die Hin- und Rückfahrt nach Chefchaouen kostete circa 32 Euro, eine Fahrt dauerte fünf Stunden.

Wichtig: Casablanca wird meist mit Casa + Station abgekürzt; das haben wir anfangs irgendwie nicht gecheckt, sodass sich unsere Organisation etwas erschwert hat. Wir fuhren von Casa Voyageur nach Chefchaouen, zum Flughafen gelangt man bequem von Casa Port. Generell würde ich empfehlen, von Casa Port abzufahren. Die Gegend ist schöner und sicherer, in Casa Voyageur habe ich mich auf dem Bahnhof nicht allzu wohlgefühlt.

Die Züge und Busse an sich sind alle recht modern; das ist also kein Problem. Allerdings gehörten die Zugtoiletten nicht gerade zu den schönsten Erfahrungen der Reise – Servicetipp: möglichst am Anfang der Fahrt gehen; je länger man unterwegs ist, desto schlimmer wird es. Im Bus gab es – soweit ich weiß -, gar keine Toilette. Auf der zweistündigen Busfahrt von El Arbaa nach Chefchaouen hielten wir unterwegs aber auch nicht an – also besser noch mal vorher gehen.

Blick aus dem Fenster während der Busfahrt nach Chefchaouen

In den Städten vor Ort wählten wir für längere Strecken – oder wenn wir unser ganzes Gepäck dabei hatten -, das Taxi. Denn Taxifahren ist in Marokko ebenfalls um einiges günstiger als bei uns. Allerdings haben nicht viele Taxis ein Taxometer, sodass ihr beim Einsteigen unbedingt den genauen Zielort nennen und um den Fahrpreis verhandeln solltet! Kurze Strecken kosten etwa 1,5 bis drei Euro, mehr als fünf haben wir eigentlich nie gezahlt. Erfahrungsgemäß war die Fahrt mit Taxometer am günstigsten; wenn ihr das Taxi vom Hotel bestellen lasst, ist es meistens eines mit Taxometer.

Unterkünfte

In Marokko habt ihr die Qual der Wahl, was die Unterkünfte angeht. Neben klassischen Unterkunftsmöglichkeiten wie Hotels und Hostels gibt es inzwischen auch viele Angebote auf AirBnb; eine sehr traditionelle Unterkunft sind aber Riads.

Gemeint sind damit marokkanische Häuser mit großem Innenhof bzw. Innengarten. Die Idee dahinter ist, den Familien Privatsphäre zu geben. Viele Riads sind heute zu Hotels oder Hostels umfunktioniert worden. Riads findet ihr vor allem in Marrakesch und Essaouira. Im Gegensatz zu Hotels zahlt man in einem Riad meist aber weniger. Dafür ist die Ausstattung aber auch nicht so riesig – viele Riads haben in den Zimmern keine richtigen Heizungen.

Zeitweise war es bei uns dann echt kalt, vor allem in Chefchaouen. Wir waren übrigens sehr froh darüber, dass wir einen Föhn dabei hatten – im Riad gab es keinen und so konnten wir uns damit etwas aufwärmen; klingt echt etwas erbärmlich, aber Januar ist einfach die Reisezeit für Marokko. Auch wenn ich nicht so ganz verstehe, wieso man in Ländern mit Temperaturen um den Nullpunkt herum keine richtigen Heizungen einbaut.

In Marrakesch wohnten wir im Riad Sofia, das ich wirklich empfehlen kann. Es liegt in der Medina von Marrakesch, also in der Altstadt, sodass alle wichtigen Sehenswürdigkeiten gut zu Fuß erreichbar sind.

Die Zimmer sind etwas dunkel, aber im Frühling/Sommer freut man sich vielleicht über die Kühle darin. Im Innenhof und auf der Dachterrasse kann man morgens und abends schön zusammensitzen, es gibt sogar einen Gemeinschaftsraum.

Unser Zimmer im Riad Sofia

Das Beste an diesem Riad waren aber die Leute, die dort arbeiteten – besonders Mohammad half uns viel, er malte kleine Straßenkarten in mein Notizbuch und erklärte uns akribisch genau den Weg, sodass wir uns nicht in den verwirrenden Gassen der Souks verlaufen konnten – »And then there’s an oil station, and then you go street, street, street« (damit meinte er übrigens geradeaus). 

Riad Sofia von oben und durchs Fenster unseres Zimmers

Insgesamt habe ich mich im Riad sehr wohl gefühlt; das Frühstück war auch ganz gut.

Pro Übernachtung zahlten wir umgerechnet circa 35-40 Euro für unser Zimmer inklusive Frühstück, also 17,50-20 Euro pro Person/Nacht.

In Casablanca buchten wir in der ersten Nacht das Atlas Les Almohades, ein etwas in die Jahre gekommenes 4-Sterne-Hotel. Durch ein Upgrade bekommen wir eine riesige Suite; das war ein krasser Gegensatz zu unserem familiären Riad in Marrakesch. Alles in allem war es okay, aber nicht weiter erwähnenswert. Wir bezahlten hier rund 60 Euro fürs Zimmer (ohne Frühstück), also 30 Euro pro Person. Da wir aber recht kurzfristig reservierten, gab es auch einfach kaum Alternativen. Die Lage ist ganz gut, die Ben II-Moschee erreicht man fußläufig sehr gut. Zum Bahnhof Casa Voyageur gelangten wir mit dem Taxi.

Zimmer im Atlas Les Almohades

Die zweite Nacht in Casablanca übernachteten wir im Ibis City Center – ja, ich weiß, nicht gerade spannend; aber die Lage ist wirklich perfekt, um die Stadt zu erkunden. Das Ibis liegt nämlich direkt an der Medina, in guter Laufdistanz zur großen Moschee, zu Rick’s Café und ins Zentrum. Darüberhinaus ist die Haltestelle Casa Port direkt um die Ecke, von wo aus ihr zum Flughafen gelangt.

In Chefchaouen wollten wir noch einmal in einem Riad übernachten; wir buchten eine Nacht im Hôtel Ras El Maa das war letztendlich nicht unbedingt die beste Entscheidung unserer Reise – das Zimmer war zwar voll in Ordnung, und das Riad an sich super schön, allerdings hatte unser Raum nur ein winziges Heizkörperchen, das bei Außentemperaturen von 4°C Grad leider herzlich wenig brachte.

Die Lage des Riads war allerdings perfekt – direkt in der Altstadt, sodass wir fußläufig alles schnell erreichen konnten; da wir nur einen richtigen Tag dort waren, war das auch gut so. Im Sommer würde ich das Riad schon empfehlen – auch hier hätten wir auf einer wunderschönen Dachterrasse mit Blick auf die Berge und die blaue Stadt entspannen können. Mit rund 30-35 Euro/Nacht (ohne Frühstück) kamen wir hier auf circa 15-17,5 Euro pro Person. Wenn es nur nicht so kalt gewesen wäre, absolut okay.

Innenhof des Hotels Rass El Maa in Chefchaouen

Folglich mummelten wir uns in sämtliche Pullis, Strickjacken, Schals und Mützen, die unser Gepäck so hergab, ein und schliefen wie Mumien in die Decken eingerollt. So stellten wir uns das nicht unbedingt vor.

Das Hotel Ras El Maa von außen

Essen

In Marokko als Vegetarierin zu reisen, war überhaupt kein Problem. Viele Gerichte sind fleischlos bzw. es gibt meistens eine vegetarische Variante des Gerichts, zum Beispiel bei Tajines (Gericht mit lange gekochtem Gemüse/Fleisch), Couscous oder Briouats. Wir haben die Zeit auf Salate verzichtet, weil wir lieber nichts riskieren wollten. Das Hauptnahrungsmittel in Marokko eindeutig Minztee – ohne geht gefühlt gar nichts; teilweise sind sie zuckersüß, teilweise eher frisch.

Das Leitungswasser in Marokko kann man leider nicht trinken. Auf den Straßenmärkten findet man viel frisches Obst und Gemüse, große Supermärkte gibt es eher in den neueren Stadtteilen. Stattdessen findet man überall kleine Kioske, die neben frischen Lebensmitteln auch Snacks wie Chips oder Kekse anbieten.

Frühstück im Riad Sofia

Wenn ihr Wasser kauft, achtet unbedingt darauf, dass die Flaschen noch richtig versiegelt sind. In den Restaurants gibt es in der Regel feste Preise, bei den kleinen Obstständen ist hingegen euer Verhandlungsgeschick gefragt. Testet auf jeden Fall auch mal das Gebäck in den kleinen Pâtisserien und Bäckereien – wer auf Süßes wie Baclava steht, wird es lieben.

Für ein Gemüsegericht zahlte ich im Schnitt so fünf Euro, ein frisch gepresster Obstsaft auf der Straße kostet so 40-50 Cent. Alles in allem haben wir echt wenig für Essen ausgegeben – außer in Casablanca in Rick’s Café, aber darüber schreibe ich im Casablanca-Guide mehr.

Sicherheit

»Ist das nicht gefährlich, Marokko?«, fragten mich immer wieder Leute vor der Reise. Gegenfrage: Wo ist es denn heutzutage überhaupt sicher? Es kann immer und überall passieren, die meisten Unfälle passieren statistisch gesehen zu Hause – daheim bleiben ist also auch nicht wirklich eine Option.

Aber mal im Ernst, das Auswärtige Amt schreibt auf seiner Website über Marokko:
»Marokko ist ein politisch stabiles Land mit guter touristischer und sicherheitspolitischer Infrastruktur. Es gibt aber auch in Marokko Gefahrenelemente. Angesichts der Entwicklungen in der Region besteht eine Gefährdung für Staatsangehörige westlicher Staaten. Reisende sollten sich stets sicherheitsbewusst und sehr umsichtig verhalten. Bis auf weiteres wird von Reisen in entlegene Gebiete der Sahara, insbesondere in den Grenzregionen mit Algerien und Mauretanien und jenseits befestigter Straßen, eindringlich abgeraten.«

Verlassenes Haus im Palais Bahia / Marrakesch

Ich habe mich die meiste Zeit in Marokko sicher gefühlt – und das, obwohl wir zu zweit als Frauen reisten. Allerdings waren wir auch vorsichtig; abends gingen wir nicht mehr großartig raus, Wertsachen trugen wir nah am Körper – denn wie überall in Touristengegenden besteht wahrscheinlich die größte Gefahr darin, von Taschendieben beklaut zu werden. Ansonsten einfach Augen und Ohren offen halten. In Städten wie Marrakesch oder Casablanca gibt es auch viele Polizeistationen, an die man sich gleich wenden könnte, wenn etwas wäre. Uns ist auf jeden Fall nichts passiert.

Was ich allerdings etwas gewöhnungsbedürftig fand – neben dem vielen Angesprochen-Werden -, ist das Anstarren. In Deutschland schaut man sich ja eher flüchtig in die Augen, in Marokko starrte uns ein Mann um die 30 auf einer dreistündigen Zugfahrt quasi durchgehend an. Durchgehend! Das Starren an sich empfand ich noch nicht mal als so nervig, sondern eher, dass ich nicht wusste, wie man als Frau angemessen darauf reagiert. Zurückstarren ist keine wirkliche Option, ignorieren geht auch nicht ewig und ihn ansprechen ist auch keine Alternative. Wenn jemand also einmal etwas Ähnliches erlebt hat und eine gute Antwort parat hat – ich freu mich über Tipps.

Alles in allem empfand ich Marokko aber als sicher. Ich würde jederzeit wieder hingehen.

Im Jardin Majorelle in Marrakesch

Reisezeit

Die beste Reisezeit für Marokko ist Frühling oder Herbst. Wir reisten im Januar hin – tagsüber war es schon mal so angenehm warm, dass man es auch ohne Jacke ausgehalten hat (wenn die Sonne schien). Abends wurde es aber oft sehr kalt, teilweise lag die Temperatur sogar um den Gefrierpunkt. Im Hochsommer würde ich wahrscheinlich nicht nach Marokko, weil es einfach viel zu heiß ist.

Kleidung

Ja, was trägt man in einem muslimischen Land? Da wir im Winter dort waren, gestaltete sich das nicht als sonderlich schwierig. Die meiste Zeit waren wir eh mit Schal und Mütze „bedeckt“. Wenn es wärmer ist, sollte man auf jeden Fall die Schultern bedeckt haben und etwas anziehen, das über die Knie geht. Ein Kopftuch ist nicht unbedingt erforderlich.

Sprache

Die meisten Marokkaner sprechen Arabisch; daneben gibt es eine Vielzahl weiterer Sprachen – viele Einheimische sprechen mindestens eine Berbersprachen. Weitere Amtssprache ist Französisch. Wir schlugen uns mit einem wilden Mix aus Arabisch, Französisch, Englisch und Spanisch durch; Mika, mit der ich reiste, hatte mal einen Arabisch-Kurs an der Uni – das erwies sich als ganz praktisch. Zumindest Bitte und Danke sollte man lernen. Mein Französisch half mir vor allem in den größeren Städten weiter; in Chefchaouen kamen wir mit Spanisch gut zurecht. Englisch wird vor allem von jüngeren Marokkanern gesprochen.

Blick auf Chefchaouen, die blaue Stadt

Highlights

Marokko hat wahnsinng viel zu bieten! Dass wir nicht alles in einer Woche sehen können würden, was wir uns vorher alles rausgeschrieben hatten, war uns schon vorher klar. Dass die Distanzen nicht zu unterschätzen sind, allerdings nicht. Insgesamt hatten wir eine verrückt-schöne Zeit – mit vielen persönlichen Highlights (Der Ziegenbaum! Die blaue Stadt! Die Souks in Marrakesch) und ein paar Must Dos.

Wir verbrachten zwei Tage in Marrakesch, einen Tag in Essaouira, einen Tag in Chefchaouen und zwei Tage in Casablanca. Die restliche Zeit reisten wir von A nach B oder waren wir am Flughafen. Man darf dabei die Reisetage nicht unterschätzen; eine fünfstündige Fahrt schlaucht schon ganz schön.

Zwei Männer sitzen in Essaouira auf einer Mauer und blicken aufs Meer

Die Hasan II-Moschee in Casablanca

Strand in Essaouira

Gerne hätten wir darüber hinaus noch Legzira Beach gesehen, hätten gern noch einen Ausflug in die Sahara oder ins Atlas-Gebirge unternommen, oder Fès gesehen, oder oder oder. Fest steht: Ich muss wiederkommen. Die genauen Stationen unserer Reise beschreibe ich dann in einzelnen Posts. Über Essaouira findet ihr hier bereits einen Post.

Seid ihr schon mal in Marokko gewesen? Was sind eure Tipps?
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