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Augsburg von oben

Neulich war die liebe Ariane für einen Tag in Augsburg, also zeigten Natalia und ich ihr die Stadt. Das ist das Tolle am Bloggen: Dass man dabei wirklich Leute kennenlernt. Jedenfalls entdeckten Natalia und ich – obwohl wir beide schon länger hier leben – auch neue Ecken. Irgendwie ist das ein bisschen paradox: Erst wenn man Besuch bekommt, setzt man sich mit der eigenen Gegend (wieder) genauer auseinander. Vielleicht sollte man einfach mal zwischendurch die Stadt mit den Augen eines Tourists anschauen? Eventuell versuche ich das mal.

Jedenfalls waren wir auch auf dem Perlachturm – er gehört zu einem Wahrzeichen der Stadt -, was ich schon seit Ewigkeiten immer mal machen wollte. Ich weiß nicht, wieso ich’s bisher nicht auf die Reihe bekommen habe. Entweder lag’s an der mangelnden Zeit oder meinem Respekt vor der Höhe. Wie dem auch sei: Die Aussicht war super und es hat sich absolut gelohnt!

Hier seht ihr überwiegend das Rathaus von oben, die Fußgängerzone und die Maxstraße. Die Maxstraße gilt als Flanier- und Ausgehmeile in Augsburg. Im Hintergrund ist die Basilika St. Ulrich und Afra. Auf meiner To Do-Liste: der Goldene Saal im Rathaus; hier war ich immer noch nicht. Der Maxstraße stehe ich ein bisschen mit gemischten Gefühlen gegenüber: Ich finde die Straße wegen des Durchgangverkehrs etwas zu anstrengend für eine Fußgängerzone, es gibt nicht so viele tolle kleine Läden hier und es wirkt alles etwas oberflächlich. Wenn man genauer hinsieht, findet man aber schöne kleine Ecken wie das Kaffeegässchen oder ein Haus, in das man nachts einfach steigen kann und von dessen Obergeschoss man eine fantastische Aussicht hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das ist meine »Hood«. Seht ihr dieses Tor im Hintergrund? Das ist das Jakobertor, Namensgeber für „meine“ Tramhaltestelle. Von da aus läuft man noch so fünf Minuten, dann kommt man zu mir nach Hause. Ich bin etwas zwiegespalten, was die Lage meiner Wohnung angeht. Einerseits finde ich es super, dass man in nur 15 Minuten zu Fuß in der Innenstadt ist (super beim Weggehen!) und auch die Nähe zum Lech ist toll, andererseits sind abends schon manchmal komische Gestalten unterwegs, sodass ich mich nicht immer zu hundert Prozent sicher fühle. Aber im Großen und Ganzen find ich mein Viertel gut. Wir haben vermutlich auch die größte Supermarktdichte der Stadt: An jeder Ecke ist ein anderer Discounter bzw. Supermarkt. Lieblingscafé hier: Das Barfüßer Café direkt an einem Kanal.

Hier könnt ihr den hinteren Teil des Rathausplatzes, die Annastraße – das ist sozusagen die Einkaufsstraße in Augsburg – und im linken Hintergrund den Hotelturm sehen. Das liebe ich am Sommer: Wenn alle auf dem Rathausplatz sitzen. Ich mag das sehr gerne, irgendwie mach ich’s aber zu selten. Die Annastraße finde ich meistens zu hektisch (vor allem samstags!); außerdem schließen hier regelmäßig Geschäfte, was einen etwas traurigen Eindruck hinterlässt. Augsburg ist scheinbar die Stadt mit der geringsten Kaufkraft in Deutschland – deshalb werden hier neue Geschäfte oder Konzepte getestet – dementsprechend sind die dann aber auch recht bald wieder weg von der Bildfläche. Auch noch in dieser Gegend: die Bar Hallo Werner und das Café Dreizehn.

Sieht etwas unspektakulär aus, tatsächlich sind hier aber zwei meiner Lieblingsläden: Beim Weißen Lamm und das Schwarze Schaf. Hier verbrachte ich so viele unglaublich tolle Nachmittage und Abende, was aber vermutlich nicht nur an der schönen Einrichtung und der guten Musik lag, sondern natürlich überwiegend an der guten Gesellschaft. Außerdem empfehlenswert hier in diesem Viertel: das Sonnendeck. Ich zwar nur 1-2 Mal dort, aber man hat einen schönen Blick über die Stadt und auf der Dachterrasse ist überall Sand ausgeschüttet.

Fehlt noch das Domviertel. Früher gab’s hier mal ein tolles kleines vegetarisches Restaurant – Ihlanis Rastaround -, wo es die besten Falafeln der Stadt gab – mit Erdnusssauce. Ansonsten gibt’s hier natürlich noch den Dom, der schon ganz schön beeindruckend ob der Größe ist, einen Irish Pub – Murphy’s Law – und das Grand Hotel Cosmopolis.

Hinter Letzterem steckt ein ganz wundervolles Konzept: Das Grand Hotel ist einerseits wirklich ein Hotel, andererseits aber auch neues Zuhause für Flüchtlinge, eine Location für Konzerte, Lesungen und Vorträge und außerdem gibt’s einen Biergarten. Klingt ziemlich chaotisch, ist aber ziemlich toll. Außerdem haben sie das Gebäude inzwischen sehr schön hergerichtet. Das sagen die Initiatoren über sich selbst: »Das Grand Hotel Cosmopolis ist die konkrete Utopie, eine grenzenlose, kosmopolitische Alltagskultur zu verwirklichen, in der sich Flüchtlinge, Reisende, Gäste, Künstler und Nachbarn begegnen und willkommen fühlen.«

Und hier noch der Beweis, dass Ariane wirklich da war. Danke Mädels, es war ein super Tag mit euch! Können wir gerne mal wiederholen. Vielleicht dann ja in Jena?!

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1 Comment

  • Reply
    Artea
    Juni 7, 2014 at 10:49 am

    wunderschöne Stadt :) da wäre ich gerne mal mitgekommen :)

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