BLOGPARADE

Was ich als Kind werden wollte und was ich heute mache

Wie hier schon einmal angekündigt, nehme ich an der Bloggerparade „Was ich als Kind werden wollte und was ich heute mache“ teil. Gestern konntet ihr auf Julias Blog lesen, was ihr Berufswunsch als Kind war – lustigerweise habe ich viele Parallelen zu mir erkannt! –, morgen ist Mia dann an der Reihe mit ihrem Beitrag.

Ich finde es immer spannend zu lesen, was andere aus ihrem Leben machen. Unsere Generation heute hat das große Glück und gleichzeitig auch die Qual der Wahl, das zu machen, was sie möchte. Dieser Zwiespalt steckt wohl in jedem von uns: Möglichkeiten über Möglichkeiten. Leider kann man das „Was-wäre-wenn-Spiel“ nur gedanklich durchführen. Manchmal wünsche ich mir, dass man wie in Filmen oder Fernsehsendungen die verschiedenen Wege „durchleben“ kann, um möglicher Konsequenzen bewusst zu werden. Aber das bleibt vorerst ein Traum. Hier nun ein paar Schilderungen, welchen „Weg“ bzw. welche Wege ich bisher so gegangen bin.

Die Welt des Kindseins liegt jetzt schon eine gute Weile zurück, die 25 rückt immer näher (Anmerkung: Ich werde dieses Jahr 23…). Manchmal wünsche ich mir diese kleine, heile Welt zurück, in der man noch ewig viel Zeit hatte zum draußen Spielen, Malen oder Lesen. Alles war spannend und wollte entdeckt werden.

In der Grundschule wollte ich eine zeitlang Lehrerin werden. Ich stellte es mir toll vor, ein Leben lang „große Ferien“ zu haben. Außerdem machte mir Schule in dem Alter sehr viel Spaß, weil mir das Lernen so leicht viel. Diesen Wunsch teilte ich wohl mit vielen Mädchen meiner Jahrgangsstufe, wenn ich mich recht entsinne. Zumindest wurde das damals kühn in diesen Freundschaftsbüchern verbreitet, die Ende der 90er-Jahre total im Trend waren…

Irgendwann relativierte sich dieser Berufswunsch wieder, denn ich sah ein, dass es auch ziemlich nervig sein musste, sich jedes Jahr mit dem gleichen Stoff zu befassen. Darüber hinaus können Kinder auch ziemlich grausam sein. In irgendeinem von diesen besagten Freundschaftsbüchern gab ich später auch mal an, ich wolle „Ralley-Fahrerin“ werden. Das lag vermutlich daran, dass ich keine Lust mehr auf diese „Ich-will-Lehrerin-oder-Tierärztin-Nummer“ der anderen Mädchen meines Alters hatte und irgendwas Spannenderes brauchte. Dass dieser Berufswunsch nicht ganz ernst war, dürfte wohl klar sein.

Da war ich wahrscheinlich so 6-7 Jahre alt. Irgendwo am Bodensee.

 

Circa mit 16 – in der Wilhelma in Stuttgart.

Auf dem Gymnasium konnte ich mich auch nicht so recht entscheiden, was ich mal werden wollte. In der 10. Klasse hatten wir eine Woche Pflichtpraktikum (BOGY = Berufsorientierung für Gymnasien) zu absolvieren. Eigentlich wollte ich irgendwas Interessantes machen; etwas, das mir bei der Berufswahl später sicher helfen würde. Da ich aber zu der altbekannten letzten Drücker Fraktion gehöre, wurde das nicht wirklich etwas. Ich spielte mit dem Gedanken, etwas Luft in einer Zeitungsredaktion zu schnuppern. Allerdings war ich wieder mal zu spät dran, sodass eine Alternative her musste. Ich entschied mich schließlich für ein Praktikum in dem Kindergarten bei mir um die Ecke – natürlich mehr aus Bequemlichkeit als aus Interesse. Kinder mögen mich jedoch irgendwie und so fand ich die Woche zwar ganz nett, aber irgendwie auch langweilig. Ich fühlte mich mental unterfordert.

Mit circa 17 auf dem Hohentwiel in Singen.

Da ich nach dem Abi immer noch nicht so recht wusste, was ich mit meinem Leben anfangen sollte, entschied ich mich – wie meine Schwester, Copycat mal wieder! – für ein halbes Jahr nach Neuseeland zu gehen. Es war mit die beste Zeit meines Lebens! In Internetcafés informierte ich mich hin und wieder über die verschiedenen Studiengänge; an langen Hostelabenden schrieb ich Listen in eines meiner vielen Notizbücher, was ich machen möchte bzw. was ich mir gar nicht vorstellen konnte. Das grenzte die Sache etwas ein, brachte mich aber auch nicht so recht weiter. Erst als ich wieder daheim war und mich intensiver mit der Sache beschäftigte, viel allmählich der Entschluss, irgendwas mit Medien zu machen. Dafür verbrachte ich noch drei Monate bei einem lokalen Radiosender.

Alleine in Neuseeland für ein halbes Jahr – mit 19.

Heute studiere ich Medien und Kommunikation an der Universität Augsburg. Ich bin mir immer noch sicher, dass ich mal „etwas mit Medien“ machen will. Während meines Studiums verbrachte ich einen Monat in der Printredaktion einer lokalen Tageszeitung und einen Monat in der iPad-Redaktion der Süddeutschen Zeitung. Außerdem schreibe ich seit dem ersten Semester für die presstige, dem Hochschulmagazin der Uni Augsburg. Für die Lokalredaktion, bei der ich hospitierte, schreibe ich manchmal auch noch kleinere Artikel. Zum Radio möchte ich später eher nicht, das steht fest. Ich könnte mir aber gut vorstellen, mal in einer Online- oder Printredaktion zu arbeiten bzw. etwas mit Social Media zu machen. Aber bis dahin ist es noch ein langer Weg. Nach dem Bachelor möchte ich vielleicht einen Master machen. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie mein Werdegang noch aussieht.

Mein heutiges Ich weiß leider auch noch nicht so genau, wo die Reise hinführt – ist aber sehr gespannt darauf.

Wie sieht’s mit euch aus? Was wolltet ihr früher werden beziehungsweise was macht ihr heute? Oder wollt ihr heute machen? Eure Geschichten interessieren mich sehr – wer weiß, vielleicht bieten sie mir ja Inspiration für meinen eigenen Weg.

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2 Comments

  • Reply
    Stefanie
    Juli 29, 2013 at 9:57 am

    Die Idee zu diesem Thema ist super und wirklich total spannend zu lesen. Ich wollte seit meiner Kindheit immer Lehrerin werden und das bin ich heute auch. Aber es gibt noch so viel zu entdecken und vor allem das kreative Arbeiten finde ich grossartig und würde sehr gerne etwas davon in mein Berufsleben integrieren.
    Viel Glück auf deiner Reise zu deinem Traumberuf:)

  • Reply
    Kanae
    Juli 27, 2013 at 8:06 am

    Hey
    Ich mag es auch total gern wenn man erfährt was die Leute so werden wollten.
    Mein Wunsch war deinem ziemlich ähnlich – Lehrerin… Tierärztin… Tierpflegerin… etc…
    Typisch halt…
    Mittlerweile bin ich in einer Modeschule und werde zur Schneiderin ausgebildet (ein Beruf den ich so eig. nie erlernen wollte…) nun ja… nächstes Jahr hab ich Abitur und danach werd ich wohl studieren gehen – mein Wunsch: Japanologie!
    Was genau ich danach mache weiß ich zwar noch nicht, aber ich glaube diese Entscheidung bereue ich nicht XD

    Liebe Grüße
    Kanae~

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