INSPIRATION

36 Bücher, die ich 2019 gelesen habe

Seitdem ich im Herbst 2017 meine Masterarbeit abgegeben habe, habe ich Bücher wieder für mich entdeckt. Eine Weile hatte ich wegen der ganzen Texte, die ich für die Uni lesen musste, einfach keine Zeit mehr dafür. Dabei habe ich eigentlich immer gern gelesen.

Ich erinnere mich noch daran, wie ich mit meiner Mutter und meiner Schwester in unserem damaligen Wohnzimmer sitze. Auf dem Tisch vor uns steht eine Tupperdose mit kleinen Kärtchen, auf jedem steht ein Buchstabe. Ich bin ungeduldig: Ich will auch endlich, endlich lesen können.

Als ich es dann schließlich beherrsche, lese ich alles, was mir in die Finger kommt – selbst die Inhaltsstoffe auf der Shampooflasche. In der Stadtbibliothek leihe ich ständig die maximale Menge an Büchern aus – oder so viel ich eben tragen kann.

Eine Bücherauswahl
Ich ordne Bücher gern nach Farben

Egal, ob ich in den Urlaub oder zur Arbeit fahre: In meinem Rucksack begleitet mich immer ein Buch. Manchmal nehme ich den Bus nach Hause; die Fahrt dauert länger – aber irgendwie lese ich dort gerne.

Die meisten Bücher kaufe ich gebraucht – auf Flohmärkten, in Secondhand-Läden oder auch mal online auf Rebuy. Seit November habe ich zudem ein Kindle, das mich auf längeren Fahrten oder Reisen begleiten wird. Außerdem leihe ich auch ab und zu von Freunden Bücher.

Diese 36 Bücher habe ich 2019 gelesen

  1. „Alles, was ich weiß über die Liebe“ – Dolly Alderton (+)
    Dolly Alderton schreibt übers Erwachsenwerden und alles, was dazu gehört: die ersten Schwärmereien, Dates, schlechtbezahlte Jobs, WG-Partys und Freunde, die einen schon von klein auf kennen und für immer bleiben.

    Ich mochte das Buch, fand die Zwischenkapitel (Rezepte und Mails) aber etwas seltsam.
  2. „Starkes weiches Herz“ – Madeleine Alizadeh (Dariadaria) (+)
    Quasi die Pflichtlektüre für alle Follower von dariadaria. Ich habe es gern gelesen, glaube aber, dass es mir mit 18 oder so mehr gebracht hätte. Viele Erkenntnisse hatte ich selbst, viele Prozesse habe ich ähnlich erlebt. Nichtsdestotrotz ein schönes Buch, das Mut macht, zu den Dingen zu stehen, die einem wichtig sind und auf sich selbst dabei acht zu geben..
  3. „Eure Heimat ist unser Albtraum“ – Fatma Aydemir (+)
    Ein sehr wichtiges Buch mit 14 Essays von Autor*innen wie Margarete Stokowski, Max Czollek, Enrico Ippolito über Alltagsrassismus, Diskriminierung und das Gefühl, nicht richtig dazuzugören.
  4. „Intervallfasten für Anfänger“ – Petra Bracht (+/-)
    Ein typischer Ratgeber, um die Ernährung anzupassen. Im Buch befindet sich ein 14-Tage-Programm, das ich 2020 noch testen möchte. In der Weihnachtszeit damit anzufangen, war (für mich) zu schwierig.
  5. „Story“ – Bobette Buster (+/-)
    Wie erzähle ich eine gute Geschichte? Was braucht es dafür? Bobette Buster gibt Tipps fürs Storytelling (mit Übungen).
  6. „Loyalitäten“ – Délphine de Vigan (+)
    Délphine de Vigan schreibt in ihren Büchern geschickt über die Missstände unserer Gesellschaft. „Loyalitäten“ handelt von Théo, einem zwöfjährigen Scheidungskind, das mit Trinken anfängt. Hinzu kommt die teils komplizierte Freundschaft mit Mathis, dessen Vater im Internet (gegen Frauen) pöbelt.
  7. „Und was ist mit mir?“ – Doris Dörrie (+/-)
    Rainer lebt als Regisseur in Hollywood. Das Problem: Mit seiner Karriere läuft es leider gar nicht. Doch für seine Tochter spielt er schöne, heile Welt. Irgendwann fliegt alles auf. Ein Roman übers Scheitern – und was das mit den Menschen macht.
  8. „Warum ich nicht länger mit Weißen über Hautfarbe spreche“ – Reni Eddo-Lodge (+)
    Ein unfassbar wichtiges Buch über Rassismus, White Priviledge und noch viel mehr. Lest es einfach.
  9. „Was zusammengehört“ – Markus Feldenkirchen (+/-)
    Ein Schüleraustausch in Irland, die erste Liebe und ein Brief mit Folgen. Die Idee des Buches fand ich gut, aber die Geschichte dann doch zu vorhersehbar.
  10. „Ab morgen wird alles anders“ – Anna Gavalda (+)
    Jede der Erzählungen ist so wunderbar geschrieben, dass man danach fast traurig ist, wenn sie vorbei ist. Was alle Geschichten verbindet: Bei allen Protagonisten läuft es (gerade) nicht so.
  11. „Alles über Sally“ – Arno Geiger (+/-)
    Sally ist verheiratet – und hat eine Affäre. Ein Buch über die (große) Liebe und das Gefühl, sie zu verlieren. Auch wenn ich den Stil sehr mochte, hat mir ein bisschen was gefehlt.
  12. „Die Nachtigall“ – Kristin Hannah (+)
    Zwei Schwestern in Frankreich während des Zweiten Weltkriegs. Während die eine im Pariser Untergrund kämpft und englische Piloten aus dem Land schleust, bleibt die andere zu Hause – selbst, als ein deutscher Soldat bei ihr einzieht.
  13. „Altes Land“ – Dörte Hansen (+)
    Ein Buch über Heimat, Familie und Feundschaft. Die Charaktere sind sehr authentisch, und nachdem ich dieses Jahr selbst zum ersten Mal im Alten Land war, konnte ich mir die Orte der Geschichte richtig gut vorstellen.

    Ich habe es während unseres Roadtrips durch Neuseeland auf dem Kindle gelesen – mein erstes Buch auf einem Kindle überhaupt.
  14. „Das antikapitalistische Buch der Mode“ – Tansy Hoskins (+)
    Ja, im Titel steht das Wort „Mode“ – aber dieses Buch ist so viel mehr. Hoskins gelingt es, alle möglichen Aspekte der Modebranche zu beleuchten, in denen etwas schiefläuft: Seien es die miserablen Arbeitsbedinungen in der Textilindustrie, die Umweltverschmutzung, Schönheitsideale oder Rassismus. Ich habe zahlreiche Anmerkungen am Rand notiert und viel dabei nachgedacht.

    Wer sich auch nur ansatzweise dafür interessiert, woher seine Mode kommt und welche Auswirkungen unsere Kleiderwahl hat, sollte dieses Buch lesen.

    Warum ich selbst keine Fast Fashion mehr kaufe, darüber habe ich hier schon mal geschrieben.
  15. „Was man von hier aus nicht sehen kann“ – Marianna Leky (+)
    Ein schöner Wohlfühlroman. Ich habe das Buch davor so oft empfohlen bekommen, dass ich es endlich selbst lesen wollte. Und ich war positiv überrascht (normalerweise schreckt es mich ab, wenn Bücher krass gehypt werden). Die Geschichte ist nett, ich mochte die Charaktere und den Schreibstil.
  16. „Aufstehen statt wegducken“ – Heiko Maas (+/-)
    In diesem Buch beschreibt Außenminister Heiko Maas verschiedene Strategien gegen Rechts. Dabei thematisiert er beispielsweise soziale Medien, die Angst der Rechten vor Frauen und wieso Europa oder Vielfalt so wichtig sind. Da das Buch bereits 2017 erschien, damals war Maas noch Justizminister, sind die Beispiele auch dementsprechend älter.
  17. „Alles auf Anfang. Auf den Spuren gelebter Träume“ – Manuel Möglich (+/-)
    Anders, besser leben – davon träumen viele. Manuel Möglich hat Menschen besucht, die schon heute versuchen, das umzusetzen. Er war zum Beispiel bei Aktivisten im Hambacher Forst, bei Hippies in der Toskana oder Mönchen in einem Kloster. Ein gutes U-Bahn-Buch, das zeigt, wie es auch anders geht. Allerdings bleiben alle Perspektiven etwas oberflächlich.
  18. „Logbuch eines unbarmherzigen Jahres“ – Conny Palmen (-)
    Ein Buch über Trauer und wie man damit umgeht. Mir hat der Stil im Sinne des Logbuchs nicht so zugesagt.
  19. „Endlich abschalten: Warum Urlaub vom Smartphone uns Zeit, Glück und Liebe schenkt“ – Catherine Price (+)
    Okay, der Titel klingt etwas arg kitschig. Tatsächlich ist das Buch aber ein guter Ratgeber, wie man weniger Zeit am Handy hängt. Und meine Bildschirmzeit verrät: Ich habe es dringend nötig.

    Bisher habe ich das Buch inklusive Übungen nur gelesen, aber noch nicht getestet. Das steht dann auch auf dem Plan für 2020. Im Moment versuche ich schon mal, das Smartphone aus dem Schlafzimmer zu verbannen – und mithilfe eines Weckers aufzuwachen.
  20. „Tinder Stories – ein Jahr voller Dates“ – Marie-Luise Ritter (+/-)
    Der Name ist eigentlich selbsterklärend. Die Bloggerin und Influencerin Marie-Luise Ritter hat ihre Erlebnisse beim Tindern aufgeschrieben. In dem Buch teilt sie schöne kleine Momente und solche, in denen sie sich unsicher gefühlt hat.

    Für mich war es etwas zu tagebuchartig, ich hätte mir an vielen Stellen genauere Beschreibungen der Personen und Orte gewünscht. Aber ich hatte danach tatsächlich Lust auf schöne Dates.
  21. „Agnes“ – Peter Stamm (+/-)
    Ein Roman über die Liebe – und den Tod. Ich mochte die Sprache, die Geschichte hat mich nicht so richtig bewegt.
  22. „Das Kind in dir muss Heimat finden“ – Stefanie Stahl (+)
    In der Kindheit entwickeln wir negative Glaubenssätze, die uns selbst als Erwachsene noch beeinflussen. Die Diplom-Psychologin Stefanie Stahl hilft in „Das Kind in dir muss Heimat finden“, diese Galubenssätze zu verstehen – und umzuwandeln. Teilweise war es mir zu esoterisch. Aber ich konnte auch viele Erkenntnisse mitnehmen und verstehe jetzt manche Dinge besser.

    Im Buch gibt es übrigens viele Übungen wer so etwas nicht mag, für den ist auch das „Das Kind in dir muss Heimat finden“ nichts.
  23. „Herkunft“ – Saša Stanišić (+)
    Einfach das Buch des Jahres – und vollkommen zu Recht mit dem Deutschen Buchpreis 2019 ausgezeichnet. Stanišić schafft es, in seiner Biografie zwischen Heidelberg, Hamburg und Bosnien herzuspringen. Ich habe mir mit dem Lesen sehr viel Zeit gelassen; einfach, weil nicht wollte, dass ich damit fertig werde. Die Sprache ist wunderbar.
  24. „Das Café am Rande der Welt – John Strelecky (-)
    Ich habe dieses Buch schon in so vielen Insta-Storys und Läden gesehen. Hier muss ich leider sagen: Der Hype ist nicht berechtigt. Es geht (wieder mal) um die großen Fragen im Leben – und was man damit macht. Wer sein Leben etwas reflektiert, wird mit dem Buch nicht glücklich, weil es keine wirklich neuen Impluse liefert.
  25. „Soloalbum“ – Benjamin von Stuckrad-Barre (+/-)
    Little late to the party, aber ich hab dann auch mal den Debütroman von Benjamn von Stuckrad-Barre gelesen. Nicht vergleichbar mit „Panikherz“, aber ich mochte es.
  26. „Die Zeit, die Zeit“ – Martin Suter (+)
    Lässt sich die Zeit zurückdrehen? Und was passiert, wenn man es versucht? In diesem Buch beweist Martin Suter seine ganze Erzählkunst.
  27. „Ein perfekter Freund“ – Martin Suter (+/-)
    Der Journalist Fabio Rossi erwacht mit großen Gedächtnislücken im Krankenhaus. Nach und nach erfährt er, was er die vergangenen 50 Tage gemacht hat – und wieso er nicht mehr mit seiner Freundin zusammen und er überhaupt im Krankenhaus gelandet ist.

    Leider fand ich die Geschichte nicht so gut wie andere Suter-Bücher; aber das lag vielleicht auch daran, dass ich die Charaktere nicht so sympathisch fand.
  28. „Lila, lila“ – Martin Suter (+)
    David verliebt sich. Um Marie für sich zu gewinnen, gibt er sich als jemand anderes aus. Ein Buch über das Spiel mit der Identität. Ich hab’s gern gelesen.
  29. „Nichts – was im Leben wichtig ist“ – Jannes Teller (-)
    Was ist das Wertvollste im Leben? Davon handelt dieses Buch. Die Idee an sich finde ich zwar gut, aber das Buch ist teils echt eine Spur too much. Und: Das mit Abstand schlechteste Buch auf dieser Liste. Und das Absurde: Ich habe das Buch bereits gelesen – aber es erst nach der Hälfte gemerkt.
  30. „Sich lieben“ – Jean-Philippe Toussaint (+/-)
    Eines dieser Bücher das nach dem letzten Bücherbasar bei der Arbeit ewig im Regal stand. „Sich lieben“ handelt von einem Paar, das keines mehr sein möchte. Die Story an sich ist nicht sonderlich spannend, aber ich mochte die Melancholie, die mitschwang, wenn klar ist, dass eigentlich alles längst zu Ende ist.
  31. „Sophia, der Tod und ich“ – Thees Uhlmann (+/-)
    „Was passiert, wenn der Tod bei einem klingelt und sagt, dass man nur noch ein paar Minuten zu leben hat?“ – Eine etwas absurde Story, aber gut geschrieben.
  32. „Fast genial“ – Benedikt Wells (+/-)
    Francis Dean wächst im Trailerpark auf. Kurz nach dem Selbstmordversuch seiner Mutter macht er sich auf die Suche nach seinem Vater. Ein Roadmovie, der mich leider enttäuscht hat. Denn die Story kommt bei Weitem nicht an „Vom Ende der Einsamkeit“ heran; die Sprache ist teils zu klischeehaft und die Geschichte an manchen Stellen sogar unlogisch.
  33. „Vom Ende der Einsamkeit“ – Benedikt Wells (+)
    Eine der schönsten und traurigsten (Liebes)Geschichten, die ich 2019 gelesen habe. Bei einem Unfall verlieren Jules und seine Geschwister ihre Eltern; es bleibt nicht der einzige Schicksalsschlag.
  34. „Am Hang“ – Markus Werner (+/-)
    Zwei fremde Männer begegnen sich, kommen ins Gespräch. Daraus „entwickelt sich eine Parabel über das Leben, die Lebe, die Treue – und ein kriminalistisches Abenteuer“.
  35. „Super, und dir?“ – Kathrin Weßling (+)
    Kathrin Weßling ist es mit ihrem Roman gelungen, das Dilemma (m)einer Generation auf den Punkt zu bringen: zwischen Selbstoptimierung und Gefallenwollen, zwischen Party und Bürojob. Die Geschichte handelt von der 31-jährigen Marlene Beckmann, der insgeheim alles zu viel ist – der Job, ihre Beziehung, sie selbst –, die sich nach außen aber nichts anmuten lassen will und dabei in die Drogenabhängigkeit rutscht.
  36. „Der Club“ – Takis Würger (+/-)
    Takis Würgers Debütroman spielt an der britischen Elite-Uni Cambridge. Der Protagonist Hans Stichler gelangt in einen geheimen Boxclub mit dunklen Geheimnissen. Ich mag Takis‘ Schreibstil sehr, mir hat der Aufbau des Buchs aber nicht so gefallen (zu viele Perspektiven); das Ende war für meinen Geschmack auch etwas zu knapp. Dennoch habe ich „Der Club“ gern gelesen.
Bücher, die ich 2019 gelesen habe: Das Kind in dir muss Heimat finden von Stefanie Stahl; Ab morgen wird alles anders von Anna Gavalda und das Antikapitalistische Buch der Mode von Tansy Hoskins

Meine Lieblingsbücher 2019 waren:

  1. „Herkunft“
  2. „Das antikapitalistische Buch der Mode“
  3. „Vom Ende der Einsamkeit“

Hier findest du eine Liste von Büchern, die ich 2017 gelesen habe. Im vergangenen Jahr gab es aus Zeitgründen leider keinen Blogpost.

Teilt gerne in den Kommentaren Bücher, die euch 2019 besonders gefallen haben. Ich freue mich immer über Lesetipps.

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1 Comment

  • Reply
    Sabine
    Dezember 23, 2019 at 2:55 pm

    36! Du bist mein Vorbild :P Ich habe es auf knapp die Hälfte gebracht, was für mich aber auch schon ein riesen Fortschritt zu den Vorjahren ist und mich deshalb recht zufrieden macht :) Ich finde es sehr lustig, wie viele gleiche Bücher wir 2019 gelesen haben, ohne es zu wissen! Und dass du einige gelesen hast, die ich aus anderen Jahren erinnere (Agnes, Lila Lila, Die Zeit die Zeit, Sophia der Tod und ich). Wir sollten uns das mit dem Bibliotheksausweis nochmal überlegen und definitiv noch mehr tauschen :*
    Sabine

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