INSPIRATION

2020: Mein Jahr in Büchern

Dieses Jahr kam ich Corona-bedingt oft zum Lesen. Während der ersten Wochen im Homeoffice stand ich wie gewohnt auf – und hatte damit morgens eine Stunde mehr für den Bücherstapel. Letzterer ist auch ohne Flohmärkte in diesem Jahr gewachsen; auf Rebuy bestellte ich ab und zu ein paar gebrauchte Bücher, außerdem entdeckte ich den Shop der Bundeszentrale für Politische Bildung (bpb) für mich.

Mein Vorsatz für 2021 ist deswegen erst mal, den Tsundoku (japanisch für Stapel ungelesener Bücher) anzugehen. Meinen Kaufalarm auf Rebuy habe ich deaktiviert. Und wenn ich Lust auf andere Bücher habe, werde ich welche von Freunden ausleihen oder mir wieder einen Bibliotheksausweis machen lassen.

Ein paar der Bücher, die ich 2020 gelesen habe

Diese 41 Bücher habe ich 2020 gelesen

  1. Arendt, Hannah: Die Freiheit, frei zu sein
    Ein Essay über die historische Bedeutung des Freiheitsbegriffs, 1963 zuerst auf Englisch (»On Revolution«) erschienen. (+/-)
  2. Barišić, Marija und Fischer, Laura: Was am Ende bleibt. Geschichten über die Liebe
    Für ihr Buch haben die beiden Autorinnen Seniorinnen und Senioren getroffen, um mit ihnen am Ende ihres Lebens über die Liebe zu sprechen. Berührend. (+)
  3. Bjerg, Bov: Auerhaus
    Sechs Freunde, ein Haus, eine WG: Eine Geschichte über Zusammenhalt, die erste Liebe und Suizidgedanken. 2019 wurde der Besteller von Bov Bjerg verfilmt. (+)
  4. Czollek, Max: Gegenwartsbewältigung
    Wie divers ist Deutschland wirklich? Wie müsste eine neue, moderne Leitkultur aussehen? In seinem neuen Buch »Gegenwartsbewältigung« nimmt Max Czollek all das auseinander, was in Deutschland schiefläuft. (+)
  5. De Vigan, Delphine: Das Lächeln meiner Mutter
    Delphine de Vigan ist eine meiner liebsten Autorinnen. In »Das Lächeln meiner Mutter« schreibt sie über Lucile, ihre Mutter, die sich umgebracht hat, sowie deren Leben und die Suche nach dem Glück. Ein sehr ehrliches, berührendes Buch. (+)
  6. Emcke, Carolin: Gegen den Hass
    Rassismus, Fanatismus, Demokratiefeindlichkeit – das sind die großen Themen, denen sich Carolin Emcke in ihrem Essay »Gegen den Hass« annimmt. (+)
  7. Emcke, Carolin: Wie wir begehren
    Carolin Emcke berichtet in ihrem Buch »Wie wir begehren« von ersten sexuellen Erfahrungen, vom Verlieben und ihrem Coming-out in den Achtzigerjahren. (+)
  8. F., Christiane: Wir Kinder vom Bahnhof Zoo
    Erst kifft sie, später spritzt sie sich Heroin und prostituiert sich: Die eindrucksvolle Geschichte von Christiane F. (+)
  9. Ferrante, Elena: Lästige Liebe
    Elena Ferrante ist mit ihrer vierteiligen Romanreihe um zwei Freundinnen berühmt geworden. »Lästige Liebe« heißt ihr Debütroman. Wer »Meine geniale Freundin« kennt, wird Parallelen feststellen: Wieder geht es um zwei Frauen, dieses Mal aber Tochter und Mutter. Schön geschrieben, die Geschichte hat mich nicht so gepackt. (+/-)
  10. Ferrante, Elena: Tage des Verlassenwerdens
    Noch einmal Elena Ferrante. Dieses Mal geht es um ein Ehepaar, das sich trennt. Er hat eine Jüngere, sie will es nicht wahrhaben. Die Geschichte fand ich etwas flach, aber wieder schön geschrieben – Elena Ferrante eben. (+/-)
  11. Fricke, Lucy: Töchter
    Ein ungewöhnlicher Roadtrip von zwei Freundinnen: Denn auf der Rückbank sitzt Marthas kranker Vater – er will in der Schweiz sterben. Doch es kommt anders. (+)
  12. Grjasnowa, Olga: Der Russe ist einer, der Birken liebt
    Wie reagiert man, wenn der eigene Freund schwer erkrankt? Als Elias im Krankenhaus landet, wird Maschas Welt auf den Kopf gestellt. Schließlich flieht sie nach Israel – ihre Vergangenheit holt sie jedoch immer wieder ein. Gut geschrieben, aber für meinen Geschmack zu viel Hin und Her. (+/-)
  13. Gümüşay, Kübra: Sprache und Sein
    Wie wichtig Sprache ist, das zeigt Kübra Gümüşay in diesem Buch. Eines meiner Must-Reads in diesem Jahr. (+)
  14. Hartmann, Ilona: Land in Sicht
    Jana sucht ihren Vater – an Bord eines Kreuzfahrtschiffs. Eines der witzigsten Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe. (+)
  15. Hawkins, Paula: Girl On the Train
    Rachel pendelt jeden Tag mit dem Zug nach London. Unterwegs fährt sie immer an einem Haus vorbei, in dem ein junges Paar wohnt. Eines Tages sieht Rachel die Vermisstenmeldung in der Zeitung: Die Frau wird vermisst. Und Rachel verwickelt sich immer mehr in die Affäre. (+/-)
  16. Hope, Anna: Was wir sind
    Hannah, Lissa und Cate sind drei Freundinnen – doch jede führt ein ganz anderes Leben. Eines meiner Lieblingsbücher in diesem Jahr, deshalb möchte ich gar nicht mehr hier verraten. (+)
  17. Høvring, Mona: Was helfen könnte
    Laura geht in die erste Kasse, als ihre Mutter ins Wasser geht und nicht zurückkehrt. Ich dachte, dass es in diesem Buch eigentlich darum geht, wie die Protagonistin damit umgeht. Aber die Geschichte nimmt eine ganz andere Wendung. Mir hat sie nicht so gefallen. (+/-)
  18. Karig, Friedemann: Wie wir lieben
    Eines der besten Bücher, das ich über die Liebe und Beziehungen gelesen habe. (+)
  19. Keegan, Megan: Das Gegenteil von Einsamkeit
    Kurz nach ihrem Uni-Abschluss verunglückt Megan Keegan bei einem Verkehrsunfall. »Das Gegenteil von Einsamkeit« ist eine Sammlung ihrer Geschichten. Schade, dass wir nie mehr von ihr lesen werden können. (+)
  20. Kiyak, Mely: Frausein
    Was bedeutet es, im heutigen Deutschland eine Frau zu sein? Mely Kiyak erklärt es in ihrem Buch. (+)
  21. Köhler, Karen: Miroloi
    Irgendwie hatte ich mir »Miroloi« komplett anders vorgestellt. Karin Köhler schafft in ihrem Roman eine komplett eigene Welt. Eine Geschichte über die (unfairen) Hierarchien einer Gesellschaft, (verbotene) Liebe und Freundschaft. (+)
  22. Lewina, Katja: Sie hat Bock
    »Sie hat Bock« ist ein Buch über weibliche Lust, Selbstbestimmung und Beziehungen. Lest es, wenn ihr könnt. (+)
  23. Lunde, Maja: Die Geschichte der Bienen
    Maja Lunde erzählt die Geschichte von mehreren Familien, die in verschiedenen Jahrhunderten leben – und wie das Leben der Bienen ihr eigenes betrifft. Obwohl ich mich sehr für Umweltthemen interessiere, war mir das Buch doch etwas zu langatmig. (+/-)
  24. Maack, Benjamin: Wenn das noch geht, kann es ja nicht so schlimm sein
    Benjamin Maack erzählt in seinem Buch eindrücklich, wie es sich anfühlt, mit Depressionen zu leben. (+)
  25. Mangold, Ijoma: Dasdeutsche Krokodil
    Ijoma Mangold erzählt in »Das deutsche Krokodil« seine eigene Geschichte. Er wurde 1971 geboren und wuchs in Heidelberg bei seiner Mutter auf. Die Mutter kommt aus Schlesien, der Vater aus Nigeria; kurz nach seiner Geburt kehrt der Vater nach Nigeria zurück. Ijoma Mangold lernt ihn erst kennen, als er Anfang 20 ist. (+)
  26. Manson, Mark: The Subtle Art of not Giving A Fuck
    Toxische Positivität? Dafür sollte man laut Autor Mark Manson keinen Raum lassen. Er sagt: »Let’s be honest, shit is fucked and we have to live with it.« Wo er recht hat. (+)
  27. Mayr, Anna: Die Elenden
    Anna Mayr lebte in ihrer Kindheit von Hartz IV. Sie hat das geschafft, was den wenigsten gelingt: Sie ist aus der Armut gekommen. In ihrem Buch beschreibt sie, mit welchen Vorurteilen sie aufgewachsen ist – und was in unserer Gesellschaft alles falsch läuft. (+)
  28. Merey, Can: Der ewige Gast
    Can Mereys Vater kam bereits 1958 als Gastarbeiter nach Deutschland. Er heiratete eine deutsche Frau, gründete eine Familie – und kehrte am Ende wieder nach Istanbul zurück. (+/-)
  29. Obama, Michelle: Becoming
    Von der South Side in Chicago bis ins Weiße Haus: In »Becoming« erzählt Michelle Obama ihre Geschichte. Die ersten Karriereschritte, wie sie Barack Obama kennenlernte, die Familiengründung und schließlich die Zeit als First Lady. Mir war es teilweise etwas zu langatmig, aber natürlich eine spannende Autobiografie. (+)
  30. Othmann, Ronya: Die Sommer
    Jeden Sommer kehrt Leyla mit ihren Eltern ins Dorf ihres Vaters zurück. Es liegt im Norden Syriens, nahe der Türkei. Die Geschichte kurdischer Migranten. (+)
  31. Safran Foer, Jonathan: Wir sind das Klima
    Die Klimakrise ist eines der komplexesten Themen. Jonathan Safran Foer schafft es, die Dringlichkeit des Handelns zu verdeutlichen – und liefert direkt die Lösungsaspekte mit. (+)
  32. Seethaler, Robert: Ein ganzes Leben
    Robert Seethaler erzählt die Geschichte von Andreas Egger. Er kommt ins Tal, wird Hilfsknecht, findet die Liebe seines Lebens. Schnell gelesen, nicht so ganz mein Ding. (+/-)
  33. Suter, Martin: Der Koch
    Marawan ist Tamile. In Zürich versucht er sich als Hilfsarbeiter in einer Küche eines Gourmetrestaurants durchzuschlagen. Mit der Kellnerin Andrea macht er sich später als Koch selbstständig – die beiden bieten ein aphrodisisches Menü an. Ich mag Martin Suter eigentlich, aber die Geschichte hat mich nicht so angesprochen. (+/-)
  34. Von Garnier, Kea: Die Vögel singen auch bei Regen
    Kea von Garnier leidet unter einer Angststörung, Depressionen und später auch Essstörung. In ihrem Debütroman schreibt Kea von Garnier darüber, wie sie ihren Weg gefunden hat, mit ihren psychischen Erkrankungen umzugehen. (+)
  35. Von Schirach, Ferdinand: Kaffee und Zigaretten
    In autobiografischen Erzählungen schildert von Schirach Beobachtungen aus dem Alltag und seltsame Rechtsfälle. Sehr gern gelesen. (+)
  36. Von Schirach, Ferdinand: Schuld
    »Schuld« – das sind Kurzgeschichten des Strafverteidigers und Autors von Schirach. 2015 wurde das Buch als Krimireihe verfilmt, sie ist auf Netflix zu sehen. (+)
  37. Wenzel, Olivia: 1000 Serpentinen Angst
    Die Protagonistin in Olivia Wenzels Debütroman ist jung, Schwarz und aus dem Osten. Eine Geschichte über Vorteile, den Umgang mit einer Angststörung und Verlust. (+)
  38. Weßling, Kathrin: Nix passiert
    Alex ist plötzlich wieder Single. Er versucht, vor seinen Gefühlen zu fliehen und zieht für eine Zeit wieder zu seinen Eltern aufs Dorf. Kathrin Weßling schafft es, den Liebeskummer so eindrücklich zu schildern, dass man am liebsten nebenher eine Packung Eis essen würde. (+)
  39. Wolitzer, Meg: Das weibliche Prinzip
    In Meg Wolitzers Roman geht es um Gleichberechtigung, Freundschaft und das Berufsleben. Schön erzählt, teils etwas lang. (+)
  40. Woolf, Virigina: Ein eigenes Zimmer
    Virginia Woolf behandelt in ihrem Essay die Gleichberechtigung. Um schreiben zu können, so Woolf, bedarf es eines eigenen Zimmers. Sie selbst konnte sich nur aufgrund ihres Erbes dem Schreiben widmen. Ehrlich gesagt, fand ich das Vorwort von Margarete Stokowski so gut auf den Punkt gebracht, dass mir das auch gereicht hätte. (+/-)
  41. Yousafzei, Malala: Ich bin Malala
    Malala ist eine der bekanntesten Frauen der Welt. In ihrer Autobiografie beschreibt sie ihren Weg – und wie sie sich für Bildung für Mädchen einsetzt. (+)
Ein paar meiner Lieblingsbücher in diesem Jahr auf einem Blick

Welche Bücher haben euch 2020 begleitet? Was könnt ihr empfehlen? Ich freue mich über eure Tipps!

Hier findet ihr noch eine Liste von Büchern, die ich 2019 bzw. 2017 gelesen habe.

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