TRAVEL

BratisLover

Am Sonntag war ich mit Natalia für einen Tag in Bratislava. Von Wien aus kommt man bequem mit der Bahn hin, die Fahrt dauert nur etwa eine Stunde und kostet hin und zurück gerade einmal 16 Euro – mit WienCard sogar nur 5. Das Gute daran: Die Rückfahrt kann man flexibel gestalten, man muss nur innerhalb von vier Tagen zurückfahren.

Da wir den Tagesausflug recht spontan planten, erkundigte ich mich in meinem Freundeskreis, ob jemand schon einmal dort war und was es dort so zu sehen gibt. Die Antworten waren etwas ernüchternd: Es gebe nicht viel zu sehen, hieß es da. Es sei einerseits zu touristisch und andererseits zu abgerockt, hieß es weiter. Im Vergleich zu Prag oder Budapest sei es recht langweilig. Auch schön: »Das ist doch in der Nähe von Wien«. Allerdings ergab die kleine Umfrage, dass das Bier billiger sei. Die Internetrecherche war etwas ergiebiger.

Wir entschieden uns, unser eigenes Urteil zu bilden und der Stadt eine Chance zu lassen – vollkommen zurecht.

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Zehn Gründe, warum sich ein Trip nach Bratislava lohnt:

1. Es ist um einiges günstiger als Wien
Das bezieht sich nicht nur auf die Fahrt, sondern auch auf das Essen. Während man in Wien für eine Mélange meist um die 3 Euro bezahlt, sind es in Bratislava eher 2,50 – 2,70 Euro. Auch für Postkarten oder Ähnliches bezahlt man im Schnitt weniger. Insgesamt gaben wir dementsprechend nicht viel Geld aus: Für Palatschinken und Cappucchino waren lediglich 5 Euro fällig, eine traditionelle Suppe kostete beispielsweise 2,80 Euro. Wir waren auch in einem Secondhand-Laden – da zahlt man pro Kilo lediglich 0,99 Euro – sodass wir am Ende einen Mantel für einen Euro und einen Pulli für einen Euro kauften.

2. Es ist nicht so stressig wie Budapest, Prag oder Wien
Natürlich kommen auch in Bratislava Reisebusse an. Allerdings kam mir die Stadt wesentlich entspannter vor. Man muss sich nicht ewig durch die Menschenmassen kämpfen, an den Sehenswürdigkeiten gibt es keine langen Schlangen. Die Straßen sind auch nicht so vollgestopft.

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3. Man kommt bequem von A nach B
Bratislava ist für eine Hauptstadt relativ klein – es leben unter 420.000 Menschen hier. Das äußert sich auch, wenn man sich in der Stadt bewegt. Im Prinzip erreicht man alle Sehenswürdigkeiten bequem zu Fuß. Vom Hauptbahnhof aus kommt man in etwa in 20 Minuten in der Altstadt an. Mit dem Bus sind es in etwa 7 Minuten; öffentliche Verkehrsmittel darf man mit dem Ticket von Wien nämlich auch nutzen in Bratislava. Dementsprechend kann man sich auch quasi gar nicht verirren – auch wenn man eine eher schlechte Orientierung wie wir hat.

4. Die Architektur
Natürlich sind die Gebäude nichts Besonderes, wenn man die Prachtbauten in Wien oder Prag kennt. Allerdings kann Bratislava da gut mithalten. Wenn man durch die Straßen und Gassen der Altstadt läuft, findet man kaum ein »normales« Gebäude. Nahezu alles ist im Barockstil gehalten, fast jedes Gebäude würde sich gut auf einem Foto machen. Besonders sehenswert sind das Michaelertor, das Alte Rathaus und die Burg Bratislava. Daneben gibt es noch eine Menge weiterer Plätze, Palais und Gebäude, die allesamt sehr schön sind. Erstaunlich fand ich, dass viele Gebäude auch verfallen sind – wie zum Beispiel in der Kapitulska St., einer der ältesten Straßen in der Altstadt. Das ist natürlich etwas schade, weil man aus den Gebäuden sicherlich viel machen könnte (»Da könnten wir gut ein Hostel drin machen«). Andererseits ist es aber auch spannend, weil die heruntergekommenen Fassaden eine gute Kulisse für Fotos bieten. Teilweise stehen auch noch die Sowjetbauten. Ich finde das sehr spannend, dass das Stadtbild so unterschiedlich ist. Es gibt auch viele, viele Statuen, die man nachmachen kann.

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Einer der Prachtbauten in der Altstadt Bratislavas

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Die Burg Bratislavas

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Auf der anderen Donauseite sind noch die Spuren der Sowjetunion zu sehen

5. Es gibt viele Möglichkeiten, die Stadt von oben zu sehen
Natalia und ich lieben es, Städte von oben zu sehen. Dementsprechend haben wir zwei verschiedene Aussichtsplattformen erprobt: die beim Michaelertor und die bei der Burg. Beim Michaelertor zahlt man als Student 2,50 Euro (regulär sind es 4,30 Euro) Eintritt für das Waffenmuseum, das im Turm selbst untergebracht ist. Über das Treppenhaus darin gelangt man zu der kleinen Aussichtsplattform, die sich um die Turmspitze schlängelt. Der Turm ist nicht besonders groß, aber man hat einen ganz guten Blick über die Altstadt und auf die Burg. Im Gegensatz zur Burg hat man einen 360°-Blick. Bei der Burg hingegen ist das Panorama schöner und man sieht mehr in die Weite – außerdem kann man einfach hochlaufen und muss keinen Eintritt zahlen.

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Bratislava von oben – gesehen von der Burg

Aussicht vom Michaelertor

Aussicht vom Michaelertor

6. Das Wetter ist angenehm
Das Klima in Bratislava gilt als gemäßigt und kontinental. Die Sommer sind warm und trocken, die Winter kalt und feucht. Nichtsdestotrotz hat Bratislava eine sehr geringe Niederschlagsmenge, sodass zu einer der wärmsten und trockensten Gegenden des Landes zählt. Als wir da waren, war es etwas windig und hat ganz kurz geregnet – aber wirklich nur für wenige Minuten. Ansonsten war es sonnig und nicht zu warm – das perfekte Wetter also, um eine Stadt anzuschauen.

7. Die perfekte Mischung aus Grünflächen und Stadt
Auch wenn die Altstadt natürlich überwiegend aus Pflasterstraßen und Gebäuden besteht – man ist schnell an der Donau oder der Burg. Man hat nicht das Gefühl, in einer Großstadt zu sein und es gibt genug Plätze, wo man eine Pause einlegen kann. Das finde ich in Städten immer wichtig – dass man sich auch mal etwas erholen kann. In Bratislava klappt das total gut, weil überall Bänke stehen und es viele ruhige Plätze gibt.

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8. Es gibt viele coole Cafés
Dank unserer Vorab-Internetrecherche machten wir sämtliche Cafés ausfindig, die unserem Geschmack entsprachen. Dementsprechend hätten wir hier locker eine Woche verbringen können – nur, um alle Cafés einmal zu testen. Wir mussten unsere Auswahl dann aber leider noch beschränken. Die Cafés, die wir ausprobieren konnten, schauten wir aber wenigstens einmal von innen an. Besonders empfehlenswert sind das Urban House (Laurinská 213/14), das Foxford (Obchodná 516/26), das Urban Bistro (Michalská 5) und das Štúr Cafe (z.B. Panská 23)

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Im Café Urban House

9. Man versteht die Sprache, wenn man Russisch spricht
Ich selbst kann kein Russisch, Natalia aber schon. Slowakisch ist scheinbar recht ähnlich zu Russisch, sodass mir Natalia zum Beispiel beim Übersetzen der Speisen oder Wochentagen helfen konnte. Wenn ihr also eine slawische Sprache sprecht, dürftet ihr euch auch gut in Bratislava zurechtfinden.

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Eine Frau beim Töpfern auf dem traditionellen Handwerkskunstmarkt

10. Es gibt viele Veranstaltungen
Als wir da waren, fanden gerade die Tage der Meister des Volkskunsthandwerks statt. Das hört sich zunächst nicht so spannend an, aber wir schlenderten über einen Markt, wo die Handwerke ihre traditionellen Waren anboten – und gleichzeitig zeigten, wie man die Sachen herstellt. Das war schön zu beobachten. Im Oktober finden zum Beispiel die Jazz Days statt, der November ist der Fotografie gewidmet und im Dezember sind überall traditionelle Weihnachtsmärkte. Mehr Infos findet ihr unter www.visitbratislava.com.

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Insgesamt fand ich Bratislava auf jeden Fall sehenswert. Es mag nicht so prachtvoll wie Wien oder Prag sein – dafür aber auch nicht so vollgestopft mit Menschen und um einiges entspannter. Und: Das Bier ist wirklich günstiger.

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Seid ihr schon einmal in Bratislava gewesen? Habt ihr noch Tipps?

*Die Fotos, auf denen ich zu sehen bin, hat Natalia gemacht. Danke dafür!

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4 Comments

  • Reply
    Ghost
    September 25, 2015 at 4:46 pm

    Ich finde es schön mal einen Travelpost zu einer Stadt zu lesen, von der man außer dem Namen und der geografischen Lage nicht viel weiß. Ich muss sagen, nach deinen Bildern zu urteilen, schaut Bratislava alles andere als langweilig aus und ich finde auch, dass man sich immer selbst ein Bild von einer Stadt machen muss.

    Ghost

  • Reply
    Bratislava in one day as a young hipster student
    Januar 5, 2016 at 1:14 am

    […] 2015 I spent one day in Bratislava – a truly underestimated place! Petra already told you her highlights, I will show you the coolest places and motives today. And why now? End of 2015 I finally found […]

  • Reply
    Lillie
    Mai 4, 2016 at 1:17 pm

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