RETROSPECTIVE

Bye-bye, Augsburg!

Vor etwas mehr als drei Jahren bin ich auf dem Weg nach Regensburg mal durch Augsburg gefahren. Damals, im Sommer 2011, hatte ich mich gerade für verschiedene Unis beworben. Ich sagte zu meinem Beifahrer aus Spaß, dass ich ja womöglich im Herbst in Augsburg landen könnte. Denn ich hatte ich mich zwar dort beworben, meine Traum-Uni war aber eigentlich immer die in Freiburg gewesen. Da mich Freiburg in der ersten Bewerbungsrunde aber nicht wollte, entschied ich mich nach unzähligen Pro- & Contra-Listen tatsächlich dazu, nach Augsburg zu ziehen.

Es folgte eine etwas nervenaufreibende Wohnungssuche. Schließlich beschloss ich zusammen mit einem anderen Mädchen, das ich bei einer öffentlichen Wohnungsbesichtigung kennengelernt hatte, selbst eine WG zu gründen. Besagtes Mädchen zählt seit drei Jahren zu meinen besten Freundinnen. Kurz nachdem ich mich entschieden hatte, nach Augsburg zu ziehen, kam von Freiburg übrigens doch noch eine Zusage. Heute bin ich froh, dass ich mich für Augsburg und gegen Freiburg entschieden habe. Die letzten drei Jahre waren im Nachhinein gesehen nämlich ziemlich genial und wahrscheinlich mit die besten meines (bisherigen) Lebens. Ich habe in der Zeit so wahnsinnig viele nette, coole und interessante Menschen kennengelernt, konnte drei Praktika absolvieren, die mich persönlich weitergebracht haben und mich bei einem coolen Projekt, presstige, unserem Hochschulmagazin engagieren. Ich bin einfach nur sehr dankbar für die tollen Erfahrungen, die unglaublich vielen lustigen Abende, die ich mit Freunden verbrachte und die ganzen Erlebnisse. Irgendwie seltsam, dass dieses Kapitel jetzt abgeschlossen ist.

In der Nähe vom Dom // Interview im Grandhotel

Anfangs fühlte ich mich in Augsburg ehrlich gesagt nicht sehr wohl. Die Menschen machten den Anschein, das Lächeln vergessen zu haben, die Stadt bestand aus immer mehr Baustellen und der Bodensee und die Alpen fehlten mir schon ab und zu. Natürlich auch meine Familie und meine Freunde daheim; da ich aber nach dem Abi erst mal in Neuseeland und Südostasien war, hatte ich mich schon daran gewöhnt, nur telefonisch oder via E-Mail Kontakt mit den Daheimgebliebenen zu haben. Doch schon nach kurzer Zeit lernte ich immer mehr Leute kennen, ich fing an, für unser Hochschulmagazin, die presstige, zu schreiben und zu fotografieren und entdeckte immer mehr schöne Ecken.

Wintersemester 2011/2012
Im ersten Semester war natürlich alles neu: die Uni, die Leute, nicht mehr daheim zu wohnen. Dementsprechend lernte ich in dieser Zeit wahrscheinlich am meisten (kennen). Was mir am besten in Erinnerung geblieben ist, sind die vielen WG-Aktionen, die Cori und ich starteten: In einer Nacht machten wir zum Beispiel mal Schoko-Crossies und ein Poster für ein Referat gleichzeitig, wir fotografierten viel, schrieben unseren ersten Artikel für die presstige und experimentieren uns quer durch sämtliche Koch- und Backbücher.

So sah mein Zimmer anfangs aus. // Die neue Hood. // Posen fürs Bilderrätsel – damals noch mit dunklen Haaren.

Zudem besuchten uns auch ein paar Freunde von Cori, meine Eltern waren mal in der Stadt und wir gingen auf ein paar Partys, wo wir schließlich (meine zwei anderen besten Freundinnen) Natalia und Andrea richtig kennenlernten. In den Semesterferien war ich dann mal für eine Woche in Madrid bei meiner Schwester, ich fing an, im Kino zu arbeiten und rief diesen Blog ins Leben.

Besuch von Coris Mädels // Sightseeing mit den Eltern // Karaoke mit Andrea und Natalia

Sommersemester 2012
Im ersten Sommersemester war ich viel unterwegs mit Freunden, ich hab meine Haare wieder hell gemacht, meine Familie kam mal zu Besuch und das Modular Festival fand statt. Außerdem beschlossen Cori und ich, an eine unserer Wände einen Baum zu malen. Den Sommer verbrachte ich dann größtenteils daheim am See und für ein paar Tage war ich in Erfurt mit den Freunden, die ich in Neuseeland kennengelernt hatte. Im Herbst absolvierte ich dann ein Praktikum bei der Lokalzeitung – mit spannenden Storys über Brennholz und Wassertemperaturen… In den Semesterferien ging’s dann auch noch nach Hamburg, Magdeburg und Thüringen.

Wintersemester 2012/2013
Kurz vorm dritten Semester kaufte ich mir endlich eine Spiegelreflex-Kamera. Eindeutig die richtige Entscheidung! Leider komm‘ ich viel zu selten dazu, sie so häufig zu nutzen, wie ich gerne wollte. Ansonsten feierten wir die wahrscheinlich beste SOP in diesem Semester, fotografierten wie gesagt sehr viel und ich verbrachte mal wieder etwas Zeit daheim am See. Auch so war ich viel (mit Freunden) unterwegs. Am Ende des Semesters dann das nächste Praktikum und schließlich ein Kurzurlaub in Prag.

Das beste Foto von uns 4 // daheim am See // Herbst-Shooting

Sommersemester 2013
Im vierten Semester hörte ich auf, im Kino zu arbeiten und fing stattdessen eine Stelle bei einem Deko-Laden an. Ich nannte es später auch die Deko-Hölle – der Job war echt nichts für mich. Außerdem entdeckten wir ein paar verlassene Häuser, waren wieder auf dem Modular Festival.

Im Juni war ich dann auch noch auf der BRN in Dresden und ein bisschen in Thüringen unterwegs. Im Sommer verbrachte ich kaum Zeit in Augsburg: Ich war erst für ein paar Tage bei meiner Schwester in Stuttgart, reiste mit Freunden aus Neuseeland nach Amsterdam und war etwas am Bodensee daheim.

Den Frühling festhalten & aus verlassenen Häusern wieder ausbrechen

Wintersemester 2013/2014
Das letzte Wintersemester fing sehr entspannt an – mit einem Kurztrip nach Paris und ein paar entspannten Tagen daheim – und wurde dann sehr schnell sehr stressig. Das lag einfach daran, dass ich Chefredakteurin von der presstige wurde, nebenher arbeitete und mir insgesamt sehr viel vornahm.

Halloween-Geburtstagsparty // mit meiner Schwester // mal wieder ein Herbst-Shooting

Außerdem absolvierte ich von Februar bis April ein Praktikum in einer Online-Redaktion, was mich neben den drei Hausarbeiten, der Chefredaktion und der ersten Recherche für die Bachelorarbeit gewissermaßen auf Trab hielt. Dennoch schaffte ich es irgendwie, auch mal ein bisschen rauszukommen und Zeit mit meinen Freunden zu verbringen. Rückblickend betrachtet frag‘ ich mich schon manchmal, wie ich das alles geschafft habe. Wahrscheinlich das produktivste Semester von allen.

Neue Kopfbedeckung // Davos // beste Mit-Praktikantinnen überhaupt.

Sommersemester 2014
Zu Beginn des letzten Sommersemesters sagten wir immer, dass das unser Party-Semester werden würde – trotz Bachelorarbeit. Irgendwie schafften wir es tatsächlich, dass es das auch wurde. Es war sogar fast das schönste Semester, weil einfach so unglaublich viel passiert ist:

– Die erste presstige, bei der ich mit Chefredakteurin war, kam heraus
– wir feierten dementsprechend eine geniale Release-Party.
– Für eine Woche reiste ich mit Cori und Natalia quer durch Norwegen
– ein super schönes Land, eine sehr tolle Zeit mit den Mädels!
– Dave, den wir in Norwegen kennengelernt hatten, besuchte uns in Augsburg
– Ich ging sehr oft mit den „übrig gebliebenen“ Mädels in Augsburg weg
– Ich war für ein Auswahlgespräch in Leipzig und traf drei alte Freunde wieder.
– Wir zelebrierten die Fußball-WM in einer abgespeckten Version unserer Mädelsrunde. Und feierten den Weltmeister-Titel mit vielen, vielen anderen Menschen in der Maxstraße.
– Meine Schwester besuchte mich mit einer amerikanischen Freundin von ihr und wir machten einen Tagesausflug nach Salzburg.
– Ich zog aus der Wohnung in der Jakobervorstadt aus und vorübergehend bei Natalia ein
– Und schließlich: Ich schaffte es tatsächlich, die Bachelorarbeit im vorgesehenen Zeitrahmen abzugeben. Wahnsinn!
– Der Hashtag #mylifeasasoapopera hielt mich auf Trab. Aber das ist nicht so geeignet für den Blog.

Heimkommen, wenn die Sonne aufgeht // Selfie-Alarm // Lieblingsladen

Die kommenden Wochen werde ich übrigens erst mal wieder etwas daheim am Bodensee sein. Ich freu mich schon sehr, meine „alten“ Freunde alle wiederzusehen, wieder jeden Tag an den See fahren zu können und etwas Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Manchmal sind es eben doch die kleinen Momente, die ausreichen, um glücklich zu sein. Ab Oktober geht’s dann gen Norden – ich werde meinen Master – nach einer weiteren ausführlichen Pro- und Contra-Liste und einer sehr repräsentativen Befragung in meinem Bekanntenkreis, danke übrigens! – in Hamburg machen. Ich bin schon sehr gespannt, was mich dort so erwartet.

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7 Comments

  • Reply
    Ariane
    September 15, 2014 at 5:07 pm

    Ach, schön, dass es jetzt Hamburg wurde :) Die Stadt ist bestimmt toll, und ich hoffe, ich komme da demnächst mal hin, steht schon viel zu lange auf meiner Reiseliste. (Vielleicht klappts dann ja, dass wir uns sehen!)
    Einer Stadt Lebwohl zu sagen, in der man gelebt hat, ist immer gar nicht so einfach, vor allem, weil man ja auch eine gewisse Lebensphase und viele liebe Menschen zurücklässt. Aber schön, dass du dich aufs Neue freust – wird bestimmt super! Ich freu mich dann mal auf Hamburg-entdecken-Blogposts ;)

    • Reply
      anothercopycat
      September 22, 2014 at 2:30 pm

      Ja, du kannst mich dann gern besuchen! :) Ich denke auch, dass ein Neuanfang hin und wieder nicht schadet, wird sicher spannend.

  • Reply
    Marie Caroline
    September 17, 2014 at 8:15 am

    Schöner, echt interessanter und persönlicher Post :)
    Ich starte ab dem ersten Oktober auch ins Studentleben, hast du irgendwelche Tipps für Erstis?

    • Reply
      anothercopycat
      September 22, 2014 at 2:30 pm

      Am Anfang sollte man wahrscheinlich einfach nur offen für alles sein :) Am besten so viel mitnehmen, wie's geht. Und sich nicht von den anderen stressen lassen ;) Aber da eh jeder anders ist, kann ich dir jetzt keine konkreten Tipps geben. Hängt ja auch immer davon ab, wo und was man studiert.

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