CHALLENGE

Warum und wie ich in der Fastenzeit auf Süßigkeiten, Alkohol und Co. verzichte

Seit ich 18 bin, faste ich jedes Jahr von Aschermittwoch bis Karfreitag. Gemeinsam mit meiner Schwester habe ich damit angefangen.

40 Tage verzichte ich einmal im Jahr auf die Dinge, die für mich im Alltag dazu gehören, die für mich selbstverständlich sind. Dazu zählen typische Genussmittel wie Süßigkeiten, Alkohol und Kaffee. Ohne Kaffee auszukommen, ist für mich dabei am schwersten – ich trinke täglich meist drei Tassen und treffe mich oft mit Freunden im Café.

Mein Ziel dahinter: Ich besinne mich darauf, wie gut es mir geht, wie privilegiert ich leben darf, und schätze das Essen wieder mehr. Einen religiösen Hintergrund hat das Ganze für mich übrigens nicht.

Mir geht es eher darum, etwas Gutes für meinen Körper zu tun: Denn ich verzichte gezielt auf bestimmte Lebensmittel, setze mich intensiv mit meiner Ernährung auseinander und versuche, täglich mindestens eine halbe Stunde Sport zu machen. Und Zwischenmahlzeiten wegzulassen; ich tendiere nämlich dazu, zu wenig bei den Hauptmahlzeiten zu essen und dann irgendwann irgendwas zu naschen. Diese schlechte Angewohnheit versuche ich in der Fastenzeit mit drei richtigen Speisen am Tag zu umgehen.

Auf Kaffee zu verzichten, fällt mir am schwersten

Die ersten zwei Wochen ohne Kaffee und Co. sind am schlimmsten; die ersten Tage mit täglichem Sportprogramm anstrengend. Nach kurzer Zeit gewöhnt sich der Körper aber an die Umstellung und es wird leichter.

So schafft ihr es, die Fastenzeit durchzustehen:

  • Sucht euch Alternativen. Mir hilft es anfangs, wenn ich „Ersatzstoffe“ parat habe – statt einer Tasse Kaffee mache ich mir einen Tee, statt Süßigkeiten esse ich Nüsse und Obst. Ja, das ist nicht immer befriedigend; aber nach einer Weile gewöhnt man sich um und es wird wirklich einfacher.
  • Macht euch bewusst, warum ihr gerade etwas essen wollt. Oft haben wir stattdessen Durst, essen aus Langweile oder weil es uns emotional nicht gut geht. Wenn ich mir darüber Gedanken mache, schaffe ich es auch meistens, wirklich nur meine drei geplanten Mahlzeiten zu mir zu nehmen und auf Snacks zu verzichten.
  • Setzt euch nicht unnötig unter Druck. Ihr macht das für euch selbst, ihr solltet euch gut dabei fühlen.
  • Achtet auf eure Gesundheit. Je nachdem kann es auch empfehlenswert sein, euer Fastenvorhaben mit einem Arzt abzusprechen.
  • Lenkt euch ab. Wenn ihr gerade zum Beispiel auf Süßigkeiten verzichtet, begegnen euch Schokolade und Co. gefühlt überall – in der Werbung, im Büro, auf Instagram oder Pinterest. Sucht euch etwas, mit dem ihr euch ablenken könnt oder meidet – sofern möglich – die Dinge, die euch verlocken. Ich hab in der Fastenzeit mal etwas über Naschiläden für Geheimtipp Hamburg recherchiert – nicht gerade die klügste Idee, haha. Hat aber trotzdem geklappt.

Das erste Eis in diesem Jahr muss bis nach Ostern warten

Da ich Herausforderungen mag, denke ich mir jedes Mal etwas Neues aus. Im ersten Jahr verzichteten meine Schwester und ich etwa auf Industriezucker, Alkohol, Fisch, Fleisch, Kaffee und Gewürze. Ohne Letzteres auszukommen, war am schwierigsten – nichts schmeckte mehr so richtig. Im Nachhinein betrachtet war das auch keine gute Idee – ich aß viel zu wenig und wog am Ende nur noch 50 Kilo bei einer Größe von 1,70 Metern.

Heute achte ich beim Fasten mehr darauf, dass ich genügend esse und ausreichend Nährstoffe zu mir nehme.

Wie gesund ist fasten?
Das lässt sich pauschal nicht sagen – denn es kommt zunächst darauf an, worauf ihr verzichtet und für wie lange ihr fastet. Generell ist jede Ernährungsumstellung erst einmal Stress für den Körper. Allerdings kann Fasten dabei helfen, den Körper zu entgiften und langfristig seine Ernährung umzustellen. Auf jeden Fall solltet ihr darauf achten, genügend Nährstoffe zu euch zu nehmen. Hier und hier findet ihr mehr Infos zum Thema.

Frenchtoast gibt’s erst wieder im April

Das Fasten hat nachhaltig mein Leben verändert: Ich bin dadurch Vegetarierin geworden, ernähre mich gesünder und bewege mich mehr. Natürlich habe ich Süßigkeiten und Kaffee nicht vollends aufgegeben – dafür schmecken sie mir zu sehr. Auf den ersten Latte Macchiato und das erste Stück Schokolade am Karfreitag freue ich mich schon am ersten Fastentag.

Warum lohnt sich fasten (für mich)?

  • besseres Körpergefühl
  • bewussterer Konsum
  • besseres Essverhalten
  • mehr Zeit fürs Essen und dessen Vorbereitung nehmen
  • ich bin fitter
  • ich schätze Kaffee, Süßes und Co. wieder mehr
  • ich mag es, mich herauszufordern

In diesem Jahr werde ich versuchen, mich vegan zu ernähren und weniger Müll zu produzieren. Denn das Fasten bedeutet für mich auch ein Umdenken – sich von Routinen zu lösen, sich herauszufordern, Neues zu entdecken und auszuprobieren.

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Habt ihr auch schon mal gefastet? Und auf was verzichtet ihr in diesem Jahr?

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2 Comments

  • Reply
    gruenartig
    Februar 28, 2017 at 2:03 pm

    Hej Petra,
    schön zu lesen, dass es noch mehr von der Sorte gibt ;) )Ich verzichte auch (fast) jedes Jahr in der Fastenzeit auf etwas. Ich bin dadurch auch zuerst Vegetarierin und später dann Veganerin geworden. In diesem Jahr verzichte ich wieder klassisch auf Süßigkeiten und nehme mir zusätzlich vor, jeden Tag Yoga zu machen. :)
    Ich wünsche Dir viel Erfolg und gutes Durchhalten!
    Liebe Grüße
    Jassi

    • Reply
      copycat
      Februar 28, 2017 at 4:03 pm

      Ohh das hört sich voll gut an! :) Yoga wollte ich auch immer mal ausprobieren, meine Freunde schwärmen alle so davon. Vielleicht ja in den kommenden sechs Wochen. Dir auch viel Erfolg! :)

      Liebe Grüße
      Petra

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