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Hoch hinaus: der Pfänder

Ich liebe ja Aussichtspunkte jeder Art. Egal wo ich bin, ich will mir die Orte immer von oben ansehen. Woher das kommt, weiß ich selbst nicht, denn ab einer gewissen Höhe fühle ich mich eigentlich gar nicht mehr wohl. Aber zum Fotografieren nehme ich das gerne in Kauf. Wenn man entlang am Bodensee fährt, hat man fast immer eine schöne Aussicht. Am liebsten würde ich auf der Strecke in jedem Kaff (und davon gibt es viele!) halten, um für einen Moment innezuhalten, die Aussicht zu genießen und ein Foto zu machen. Wahrscheinlich habe ich deswegen noch nie geschafft, mit dem Fahrrad um den See zu fahren – es würde einfach viel zu lange dauern.

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Neulich war ich mit meiner Schwester, Natalia und Cori auf dem Pfänder. Der Pfänder gilt mit einer Höhe von 1062 Metern als der Aussichtspunkt am Bodensee schlechthin. Auf der Fahrt dorthin – das ist das Doofe am Bodensee, es gibt keine gute Ost-West-Anbindung – eierten wir also wieder mal von Kaff zu Kaff. Als wir schon über eine Stunde unterwegs waren, bemerkte ich, dass meine Schwester als Einzige keine Jacke anhatte. Die hatte sie scheinbar zuhause vergessen. Außentemperatur: kuschlige 2 Grad. Nebel und Regen machten es draußen nicht wirklich einladender. Umkehren war allerdings auch keine Option mehr. Also deckten wir sie mit allen Schals und Pullis ein, die wir noch dabei hatten; am Ende sah meine Schwester ein bisschen aus wie Socality Barbie (»So authentic to be outside«) und es konnte auf den Berg gehen.

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Hinkommen
Der Pfänder liegt in Bregenz. Von Friedrichshafen aus kommt man über die B31 Richtung Lindau und dann über die A96 / A14 Ausfahrt Lochau sowie die L1 bis nach Bregenz. Von München oder Ulm kommend muss man A96 Richtung München nehmen, auf der A14 geht’s bis Lochau weiter und wieder der L1 bis Bregenz folgen. Die Pfänderbahn ist dann ausgeschildert.

Obwohl das Wetter absolut bescheiden war, war es ein toller Ausflug. Irgendwie ist es mit den Bergen wie mit dem Meer – egal, wie das Wetter ist, es herrscht immer eine besondere Stimmung. Dennoch würde ich empfehlen, besser im Sommer mal hinzufahren – dann sieht man vermutlich auch mehr.

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Was ich ganz schön fand, ist, dass es für die Jahreszeit noch so grün war.
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Preise
Die Preise unterscheiden sich je nach Saison. Im Sommer zahlt man für eine Tal- und Bergfahrt 12,50 Euro, im Winter 10,40 Euro. Am besten ihr informiert euch davor noch einmal auf der Website.

Auf den Pfänder selbst gelangt man mit einer Seilbahn in circa fünf Minuten Fahrtzeit. Oben angekommen gibt es verschiedene Wanderwege zu entdecken. Wir waren auf der Pfänderspitze und machten dann noch eine Runde um den Wildpark. Dadurch, dass das Wetter so schlecht war, hatten wir nicht Lust auf mehr. Bei schönem Wetter würde ich aber auch mal von ganz unten hochwandern, das ist sicher toll.

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So war’s dann teilweise doch etwas deprimierend, weil die Aussicht nicht so schön war – »Eigentlich sollte man hier die Alpen sehen«, ähm ja. Sagt schon alles. Wie dem auch sei, dennoch ein schöner Ausflug. Haben dann noch eine heiße Schokolade in so einer Hütte getrunken und sehr urige ältere Männer kennengelernt – das war dann teilweise doch etwas seltsam mit denen, wahrscheinlich hätten wir mal eine Runde Schnaps mittrinken müssen.

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Seid ihr schon mal auf dem Pfänder gewesen?

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1 Comment

  • Reply
    frauheuberg
    März 12, 2016 at 12:51 am

    ist bei mir schon eine Ewigkeit her…meine Eltern kommen beide vom Bodensee, aber leben jetzt im Allgäu…als Kinder sind wir oft hier hoch gegangen…danke fürs Erinnern…schön…liebste Grüsse…i

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