WORDS

»Ich kann so gar nicht…«

Inspiriert von Katja, die diese Serie ins Rollen brachte, und Ariane sowie Natalia, die auf diesen Zug aufsprangen, schließe ich mich an: eine Ode an das Unperfektsein. Jeder Mensch hat Talente – und es gibt für jeden Dinge, die er nicht kann. Heute teile ich mit euch meine Schwächen:

1. Warten
Ich war noch nie besonders geduldig. Deshalb gehört »Warten« auch zu den Dingen, die ich absolut nicht kann. Mittlerweile ist das zwar schon besser geworden – als Kind erwähnte ich gegenüber jedem, der mir einen Tag nach meinem Geburtstag begegnete, dass ich in 364 Tagen wieder ein Jahr älter werde – aber ich mag’s dennoch nicht. Ich werde hibbelig, weiß nicht so recht, was ich mit mir anstellen soll und zwirbele meine Haare wahrscheinlich noch öfter um den Finger, als ich es ohnehin tue. Also lasst mich nicht warten, Freunde!

2. Ballsportarten
Auch das ist so ein Relikt aus meiner Kindheit. Im Zeugnis der zweiten Klasse stand drin, dass ich Angst vorm Ball habe. Ich bin wahrscheinlich die schlechteste Fängerin der Welt. Obwohl: Werfen kann ich glaub noch weniger. Trotzdem habe ich mal ein Jahr Basketball gespielt – viel gebracht hat das glaub aber nicht.

3. Beine und Arme gleichzeitig koordinieren
Ja, der Punkt spricht eigentlich für sich. Wenn es darum geht, irgendwelche Choreografien zu lernen, die Arme und Beine gleichzeitig beanspruchen, bin ich draußen. Und zwar ziemlich schnell. Allerdings habe ich festgestellt, dass ich Beine und Arme koordinieren kann – nämlich wenn ich vollkommen übermüdet bin und mir keine Gedanken darüber mache, was ich da eigentlich gerade tue.

4. Räumliches Sehen
Bei der Verteilung der Raumwahrnehmung ging ich vermutlich leer aus. Ich bin absolut schlecht darin, mir irgendwas in räumlichen Verhältnissen vorzustellen. Dementsprechend erfülle ich auch das Klischee, nicht gut rückwärts einparken zu können. Naja, so what.

5. Orientierung bei Nacht
Obwohl ich nicht wirklich Karten lesen kann, ist meine Orientierung gar nicht mal so schlecht. Ich habe ein recht gutes Gedächtnis und merke mir alle optischen Auffälligkeiten auf dem Weg. Gedanklich könnte ich so ganze Straßenszenen nachzeichnen. Was ich jedoch nicht kann: Mich nachts orientieren. Also, wenn ich in einer Stadt schon einmal war, ist das kein Problem. Wenn ich aber mal nachts mit dem Auto unterwegs bin und mich orientieren soll – vergesst es.

 

6. Absolut gar nichts tun
Ich glaube, das habe ich von meiner Oma geerbt: Sie konnte nämlich auch nie ruhig sitzen und fand immer irgendetwas zu tun. Bei mir ist das ähnlich. In Gedanken gehe ich immer irgendeine TO DO-Liste durch und finde dann etwas Neues zu tun. Manchmal nervt mich das selbst. Hat jemand einen Tipp, wie man da entspannter werden kann?

7. Ordnung in Schränken halten
Oberflächlich betrachtet sieht’s bei mir ganz ordentlich aus. Öffnet man aber mal meinen Schrank oder meine Schreibtischschublade, so findet man Chaos. Zumindest wenn man nicht gerade dann schaut, kurz bevor ich aufgeräumt habe. Dementsprechend räum ich ständig meinem eigenen Chaos hinterher. Ach ja: In der Küche oder im Bad tritt dieses Phänomen irgendwie nie ein.

8. Am Anfang nicht schüchtern sein
Wenn ich jemanden kennenlerne, bin ich erst mal sehr schüchtern. Leider wird diese Schüchternheit oft mit Arroganz verwechselt. Dabei will ich mir zunächst ein Bild von der Situation und Person machen, um mich dann voll auf sie einzustellen. Im Prinzip finde ich diese Eigenschaft gar nicht mal so schlimm – mein erster Eindruck hat mich bisher noch nie enttäuscht. Vielleicht ist es gar nicht mal so schlecht, nicht gleich von Null auf Hundert zu gehen.

9. Mit den Zähnen auf Fotos lächeln
Okay, dieser Punkt stimmt nur so halb. Denn wenn jemand unbemerkt von mir ein Foto macht oder ich angetrunken bin, kann ich auf Fotos mit Zähnen lächeln. Sonst aber nicht, denn dann komme ich mir irgendwie seltsam vor. So gezwungen fröhlich irgendwie.

bild_ich kann nicht
 

 

 

 

10. Meinen Perfektionismus abstellen
Egal, was ich mache, ich will es bestmöglich machen. Das hat zur Folge, dass ich nur ungern Verantwortung abgebe, weil ich denke, dass es den anderen vielleicht egal ist und sie nicht alles geben. Eigentlich ja Quatsch und meistens reichen auch 80 statt 100 Prozent. Aber dennoch.

11. Mal etwas nicht auf den letzten Drücker machen
Ich brauche irgendwie die Deadline im Nacken, um richtig funktionieren zu können. Logischerweise gerät dieser Punkt regelmäßig in Konflikt mit Punkt 10: Denn etwas perfekt und auf den letzten Drücker machen zu wollen, harmoniert nicht wirklich. Irgendwann komme ich dann an den Punkt, an dem mir alles egal ist und ich den Perfektionismus mal vergessen kann. Dann zählt nur noch das Fertigwerden. So war es übrigens auch bei meiner Bachelorarbeit: Die hab ich in zwei Wochen geschrieben – mit samt der Auswertung und allem, was bis dahin noch gefehlt hat. Ich bezweifle stark, dass ich dieses Letzter-Drücker-Ding irgendwie abstellen kann. Schließlich hat bis jetzt auch noch immer alles geklappt.

Und was könnt ihr nicht?

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3 Comments

  • Reply
    Martin
    September 28, 2015 at 2:22 pm

    Ich liebe die Serie!!#

    Warten und etwas mal nicht auf den letzten Drücke machen kann ich total nachvollziehen :D

    Liebe Grüße,
    Martin
    look-scout.de

  • Reply
    Frenzy
    September 28, 2015 at 1:07 pm

    zu 6.
    Ich hab gemerkt, dass wenn ich einen Kater hab ich wirklich absolut NICHTS tun möchte :D
    Die Lösung des Problems also. Der Nachteil ist nur: Mich nervt dieses nichts-tun-wollen so sehr, dass ich schlechte Laune bekomme…

    • Reply
      copycat
      September 28, 2015 at 1:33 pm

      Haha ich glaube, selbst dann würde ich gerne etwas tun :D nur, dass es dann halt nicht so gut klappt.

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