TRAVEL

Amsterdam

Nach einer unglaublich kurzen Nacht stehe ich etwas verspannt aus dem Bett auf. Mal wieder muss ich festellen, dass ich absolut kein Morgenmensch bin. Aber wer etwas von der Welt sehen will, kann nicht einfach liegen bleiben. Meine Mum fährt mich netterweise zum Zug. Auf der Fahrt sehen wir die Sonne aufgehen, das hübsche Farbenspiel am Horizont begleitet uns bis zum Bahnhof. Wir setzen uns noch etwas auf eine Bank und sehen uns den See an. Mal schauen, wann ich dasn nächste Mal nach Hause komme, schießt es mir durch den Kopf. So früh bin ich schon lange nicht mehr mit der Bahn aufgebrochen.

Es ist ein eigenartiges Gefühl zu wissen, dass man den halben Tag in wackelnden Zügen, überfüllten Abteilen und ohne eine richtige Mahlzeit verbringen wird. Urlaub sieht anders aus. Die Fahrt nach Offenburg verläuft ruhig; anfangs kommt es mir vor, als wäre ich alleine in der roten Regionalbahn. In Offenburg angekommen die erste gute Nachricht des Tages – ich werde meine Freunde früher als geplant treffen, und zwar schon in Frankfurt am Main und nicht erst in Amsterdam. Vorfreude! Bis dorthin verläuft alles nach Plan. Ich muss mit meinem Gepäck zwar mehrmals im ICE den Platz wechseln, weil irgendwelche verärgerten Menschen auf ihrer Sitzplatzreservierung beharren – typisch Deutschland; was macht es aus, ob man jetzt einen Platz weiter links oder rechts sitzt? –  dennoch ist der Zug pünktlich und das reicht ja schon mal auch.

Sunrise // Noch einmal am See // „Gemütlich“ Bahn fahren. Nein, das ist zum Glück nicht mein Gepäck.

In Frankfurt dann also das Wiedersehen. Ich kann es irgendwie noch nicht richtig fassen; vielleicht bin ich auch einfach zu müde. Es ist so unbeschreiblich, die Menschen wieder um einen vereint zu wissen, mit denen man über zwei Monate ein winzig kleines Zimmer am anderen Ende der Welt teilte. Wie eine Art Familientreffen, nur das man sich darauf unglaublich freut, was bei manchen Familientreffen ja nicht unbedingt der Fall ist… Wie dem auch sei. Die Weiterfahrt verzögert sich. Der Typ, der die Durchsagen ins Mikrofon nuschelt, sagt irgendwas von wegen technischer Störung. Ich nehme mir gedanklich vor, die gesamten Gründe für die verspäteten Weiterfahrten der Deutschen Bahn – man könnte auch sagen „Ausreden“ – irgendwann irgendwie zu protokollieren… Wahrscheinlich gibt es dazu bereits einen tumblr-Blog.

Wiedersehen mit den Besten.

Nach einer gefühlten Ewigkeit setzt sich der Zug zu unserer großen Überraschung doch noch in Bewegung. Auf dem Weg machen wir Halt in Köln, wo eine weitere Freundin zusteigt. Ich fühle mich glücklich. Und das, obwohl die Fahrt noch Ewigkeiten weitergeht. Schlafen ist auch nicht wirklich drin, weil ein kleiner Junge dauernd irgendwas vor sich hinprasselt. Wie kann man nur so viel Energie haben? Doch irgendwann
kommt der Moment. Der Moment, an dem wir endlich ankommen. In Amsterdam. Einer weiteren europäischen Hauptstadt. In meinen Gedanken hake ich die Stadt von meiner Reise-Liste, die auf meinem Schreibtisch in Augsburg liegt. In einem Heftchen habe ich alle möglichen Städte, Plätze und Länder der Welt notiert, die ich noch unbedingt sehen muss. Jedenfalls begrüßt uns erst einmal eine Marihuana-Wolke, als wir aus dem Zug steigen. Willkommen in Amsterdam! Ab hier beginnt der eigentliche Travelguide.

Frankfurt am Main // Geplante Abfahrt und so… // Finally there – Amsterdam!

Wenn man nichts gegen Verspätungen und ein gutes Nervenkostüm hat – wir haben auf der Rückfahrt tatsächlich jeden Anschlusszug verpasst und waren dann um halb 1 statt um 22 Uhr daheim…! – kann man günstig mit der Bahn nach Amsterdam kommen. Wir haben je Fahrt zwischen 29 (mit Bahncard) und 39 Euro (für eine Fahrt je) gezahlt. Aber wie gesagt, ist nicht unbedingt der spaßigste Reiseweg, ich war gute neun-zehn Stunden auf der Hinfahrt unterwegs.

Blick auf den Hauptbahnhof
Eine typische Straße / die bekannten Häuschen

Da wir Geld sparen wollten, kamen für uns nur Hostels und andere günstige Unterkünfte in Frage. Letztendlich haben wir uns für’s Meininger Hotel entschieden. Mit dem Zug ist man in 5 Minuten am Hauptbahnhof, ist also recht gut angebunden. Die Zimmer waren recht schön und eigentlich genauso wie auf den Bildern. Die Küche war hingegen etwas klein, sodass man manchmal schon etwas warten musste, ehe man mit kochen anfangen konnte. Morgens gibt es gratis Kaffee, was wir aber erst am zweiten Tag rausgefunden haben. Das Personal ist teilweise etwas seltsam und verplant. So konnten wir am Ende keinesfalls ein 7er-Zimmer bekommen, wie wir es eigentlich gebucht hatten. Stattdessen bekamen wir ein Einzel- und ein 6er-Zimmer zugeteilt. Da zwei unserer Freunde eine Nacht weniger da waren, gab es darüber hinaus weitere Verwirrungen: so mussten wir letztendlich für die eine Nacht noch einmal umziehen – da waren wir zwar nur noch zu fünft, bekamen dann aber ein 7er-Zimmer, das wir übrigens mit zwei Fremden teilen mussten…! (Nicht falsch verstehen, ich hab kein Problem damit, neue Kontakte zu knüpfen. Aber die waren nachts echt mega laut und der ganze Stress mit dem Umziehen war einfach nur sinnlos.). Insgesamt würde ich das Meininger aber dennoch empfehlen.

Amsterdam ist eine echt tolle Stadt und es gibt zig Sachen, die man dort machen kann! Was ich auf jeden Fall empfehlen würde: Macht eine Grachtenfahrt! Wir zahlten dafür 10 Euro, haben die Fahrt aber schon im Hotel gebucht. Ansonsten kommt es drauf an, was man so mag. Was mir besonders gefallen hat, war der (Floh)Markt Waterlooplein. Leider waren wir da nur eine Weile, aber so ist das eben, wenn man mit einer größeren Gruppe unterwegs. Schön sind natürlich auch die vielen Grünflächen. Ich finde so etwas in einer Großstadt echt wichtig und Amsterdam hat wirklich tolle Plätze, wo man sich erholen kann! Neben dem bekanntesten, dem Vondelpark, waren wir auch in einem netten Park im De Pijp Viertel. Etwas schade fand ich, dass wir nicht ins Anne Frank Haus oder Van Gogh Museum gegangen sind. Aber wer weiß, vielleicht komm‘ ich ja noch einmal in die Stadt. Wenn man längere Zeit da ist, lohnt sich auch ein Ausflug nach Zandvoort, ans Meer. Ach ja, das Rotlicht-Viertel sollte man sich auf jeden Fall auch mal geben.

Flohmarkt Waterlooplein – Kamera-Liebe.
Grachtenfahrt.
Ein wenig Touri-Sein gehört auch dazu, „Amsterdam calling“.
Auch ein Spaziergang durch das Rotlicht-Viertel kann amüsant sein.

Amsterdam ist teuer, das muss man leider sagen. Wir kamen zwei Mal in eine Situation, in der die Preise absolut übertrieben waren. Eine meiner Freundinnen zahlte zum Beispiel für einen winzigen Kaffee 5€, was echt nicht sein muss. Gleich am Anfang entdeckten wir aber ein nettes Restaurant, was angemessene Preise hatten. Zur Auswahl stehen dort zwar nur Pizza & Pasta, die Qualität des Essens war aber echt gut. Ihr solltet euch das nicht entgehen lassen, wenn ihr Fans der italienischen Küche seid. Dafür müsst ihr einfach die Straße vom Hauptbahnhof geradeaus runterlaufen, auf der linken Seite solltet ihr die Grachten haben. Dass ihr richtig seid, bemerkt ihr an dem Bild (im Restaurant) mit einer nackten Frau, die sich in einem Teller Spaghetti räkelt.

Alles Käse?!
Oder doch lieber leckere Waffeln?
Yummy Pizza! // Die „Crew“. 

Da fällt mir als Erstes die Sprache ein! Seit ich in Neuseeland war und öfter mal auf Niederländer gestoßen bin, mag ich diese Sprache einfach. Ich wünschte, ich könnte sie selbst sprechen. Ansonsten haben mir die vielen, vielen Brücken gefallen, die kleinen Details an den ganzen Fahrrädern, die kleinen Gässchen, die schönen Häuschen, das ganze Flair! Amsterdam ist einfach eine wirklich tolle Stadt. Das Beste aber: meine Begleitung! ♥



Der Fahrstil der Holländer ist teilweise etwas rasant; egal, ob mit dem Auto oder auf dem Rad – Vorsicht ist also geboten! // Wie gesagt, gestaltete sich die Essenssuche auch etwas schwierig. // Teilweise waren abends sehr, sehr viele Menschen unterwegs – meiner Meinung nach etwas zu viele Touristen; auch am Strand fand ich’s zu überfüllt. Aber das sind eben die Risiken, die man auch sich nehmen muss, wenn man zur Urlaubszeit verreist.

Erholung im Park und hektisches Stadtleben – beides geht ineinander über
An einer der Grachten

Wart ihr schon einmal in Amsterdam? Habt ihr vielleicht noch den ein oder anderen Insider-Tipp für meinen nächsten Besuch? 

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3 Comments

  • Reply
    annosarusrex
    November 24, 2013 at 8:29 pm

    richtig schöner post, super geschrieben, vor allem der einstieg! die fotos sind, wie immer, auch spitze :)
    ich war leider noch nie in amsterdam, würde aber auch gern mal hin :)
    habt ihr denn auch party gemacht? ;)
    lieben gruß,
    maze

  • Reply
    Ronja
    November 27, 2013 at 10:04 am

    Da bekommt man ja richtig Fernweh, tolle Tipps udn wundervolle Bilder!- werde ich mir auf jeden Fall merken, denn wenn alles gut läuft ist Amsterdam für 2015 geplant :)
    Lg Ronja

  • Reply
    Reiner
    Februar 5, 2014 at 8:53 pm

    Hi
    Ich war letzten November in Amsterdam da ich auf meiner Agenda ein paar Städte habe in den ich Street Fotografie betreiben möchte.
    Amsterdam, Paris, Zürich, Lousanne waren in 2013 dran.
    Wirkliche Tips für Amsterdam habe ich nicht ausser das es sich lohnt Nachtaufnahmen zu machen. (Bilder sieht man von mir bei dem Link den ich hier angegeben habe)
    Was ich für einen Tip habe, ist das man nicht nach Zandvoort an das Meer sollte sondern lieber noch ein paar KM weiter nach Katwijk. Da hat es mir besser gefallen. Aber ist auch geschmackssache. Und ich war Mobil vorort da ich mit dem Auto angereist bin.

    LG aus Köln
    Reiner

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