TRAVEL

Prag

Im April diesen Jahres konnte ich eine weitere europäische Hauptstadt von meiner langen, langen „to see“-Liste streichen: Prag! In knapp vier Tagen durften wir diese böhmische Schönheit entdecken. Obwohl ich die Tage über echt krank war – ich konnte an einem Tag so gut wie gar nicht sprechen! – und es teilweise echt kalt war – Rettung im McDonalds, weil’s da so günstigen Tee gab! – habe ich die Zeit sehr gut in Erinnerung. Ein paar meiner Eindrücke habe ich euch ja bereits hier und hier gezeigt. In dem heutigen Post möchte ich aber ein paar Tipps geben, was man auf jeden Fall in Prag sehen sollte, wo man gut (und günstig) essen kann und was es alles zu entdecken gibt!

Die Frage aller Fragen: Wie komme ich eigentlich hin? Prag ist – nach meiner Erfahrung – echt gut (von Süddeutschland aus) zu erreichen. Wir machten uns mit einem Europa Spezial-Ticket der Bahn auf den Weg. Mit dem ICE ging’s zunächst von Augsburg nach Nürnberg. Dort stiegen wir dann in einen (sehr bequemen) Bus um. Die Reiseleitung konnte sowohl Deutsch als auch Englisch und Tschechisch sprechen, sodass keine Verständigungsprobleme auftauchen sollten. Herausgelassen wurden wir nach knapp fünf Stunden Fahrt am Hauptbahnhof in Prag. Hat also alles sehr gut geklappt und ich kann diese Reiseart wirklich empfehlen! Da wir früh gebucht haben, hat die Fahrt je Strecke auch nur 21,75€ (mit Bahncard 25) gekostet. Alternativ kann man natürlich auch mit dem Auto hinfahren (ich stelle mir die Parkplatzsuche und das Fahren in der Stadt allerdings nicht so spaßig vor…). Wer eine weitere Strecke zurückzulegen hat, kann auch mit dem Flugzeug nach Prag reisen. Auch hierzu kann ich nichts sagen, da ich das noch nicht getestet habe (wäre aber auch sinnlos, wenn man mit Bahn und Bus anreisen kann…).

Ich liebe die Spiegelungen im Wasser. Und natürlich die vielen schönen Gebäude!
Abgehakt – das Tanzende Haus! | Manche der Straßen sind etwas creepy, aber das ist der Charme der Stadt.

Die Frage der Unterkunft ist für mich immer eine Herausforderung. Einerseits möchte ich Geld sparen, andererseits sollte man genau das im Urlaub nicht machen. Dementsprechend war die Suche nicht leicht. Letztendlich haben wir im Assenzio einen Platz zum Schlafen gefunden. Bei circa 35€/Nacht (pro Person) inklusive Frühstück kann man sich nicht in der Hotelkategorie nicht beschweren. Gebucht haben wir dieses Schnäppchen über HRS. Das Hotel macht einen gepflegten Eindruck und das Personal war soweit auch freundlich. Zu Fuß braucht man ungefähr 15-20 Minuten zum Wenzelsplatz. Alles andere ist ebenfalls zu Fuß erreichbar.

Auf den Fotos sehen das Zimmer und das Bad etwas klein aus; in echt waren sie aber recht geräumig.
Pluspunkte: W-LAN, Frühstück und ganz gute Lage.

Es gibt so viele Gründe nach Prag zu gehen: Die Prager Burg ist auf jeden Fall einen Besuch wert, die John Lennon-Wall sollte man sich nicht entgehen lassen und insgesamt ist diese Stadt einfach so pittoresk, dass man manchmal schon etwas überfordert ist, was man als Erstes fotografieren oder machen soll. Ich würde empfehlen, einen Tag für jedes Viertel einzuplanen – wenn ihr die Zeit habt, natürlich! Ansonsten kann man auch vieles an einem Tag anschauen. Bei der Karlsbrücke waren wir so gut wie jeden Tag und am Wenzelsplatz führte auch kein Weg vorbei. Aber je nach Uhrzeit wirkt jede Sehenswürdigkeit anders – deshalb sollte man die Stadt auch unbedingt mal nachts erkunden!

Moldau-Ufer
Karlsbrücke | Schöne Gebäude
Karlsbrücke
Prag at night – absolut sehenswert!

In Museen waren wir in Prag gar nicht. Vermisst habe ich das allerdings auch nicht, weil es so schon genug zu entdecken gab: das Goldene Gässchen, die Burg, immer auf den Spuren von Franz Kafka, der Veitsdom, die vielen, vielen Brücken, die astronomische Uhr, und und und…! Eigentlich reicht es auch schon, an der Moldau entlang zu spazieren. Auf dem Prager Eiffelturm und Fernsehturm waren wir leider nicht. Dafür war das Wetter zu schlecht bzw. erkältungsbedingt war das dann auch nicht drin.

Blick auf die Stadt von der Prager Burg aus.
Prager Burg | Schaufenster-Idylle…
Eine Art Denkmal für die Opfer des Kommunismus…
Der Veitsdom | Das Goldene Gässchen
Auf den Spuren von Franz Kafka

Ich muss zugeben, ich fand’s teilweise echt schwer, in Prag etwas zum Essen zu finden. Das klingt bestimmt bescheuert, weil’s letztendlich tausend Sachen gibt, die man essen kann. Aber ich bin einfach nicht so Fan der traditionellen Küche und Fleisch esse ich auch eher selten – also war’s für mich schwierig. Aber natürlich sind wir dennoch nicht verhungert und so kommt’s, dass ich euch ein paar unserer „Geheimtipps“ verraten kann.

Kaffee & Kuchen
Den besten Apfelstrudel der Stadt hatten wir im Bistro Au Petit Prince Teo, einem kleinen Café auf der Kleinseite, ganz in der Nähe der John Lennon-Wall. Dazu gab’s leckeren Cappucchino bzw. heiße Schokolade – yummy! Der ideale Stop für eine Pause. Überzeugend ist auch das gemütliche Ambiente in dem Café. Mit Fingerfarben sind Tulpen und eine Wiese an die Fenster gemalt – passend zu den Tulpen auf den Tischen. Ansonsten ist das Café von außen etwas unscheinbar. Reingehen lohnt sich aber! Überzeugend: Alles homemade.
Adresse: Maezske Namesti 12 | Mala Strana
| Preis: moderat


Pizza
Gleich am ersten Abend entdeckten wir eine tolle Pizzeria in der Prager Neustadt. Überzeugend war hier vor allem der Preis! Ein tolles Angebot und das so unglaublich günstig! Dazu fühlten wir uns in dem Restaurant auch ziemlich wohl. Leider habe ich keine Fotos gemacht, weil ich einfach zu müde war.

Adresse: Pizzeria Modrá Zahrada | The Blue Garden | Národni Trída 37 bzw. Parizská 14/119, Praha 1 | Preis: günstig

Crêpes
Was wäre ein Trip ohne süße Köstlichkeiten? Nichts, richtig! Jedenfalls haben wir uns am letzten Tag noch sehr, sehr leckere Crêpes gegönnt – natürlich nur, weil wir so viele Kronen getauscht hatten! Das Besondere daran: Man konnte aus einer Fülle von Toppings wählen! Letztendlich entschieden wir uns für Himbeere bzw. Erdbeere und es war einfach nur mega lecker! Dafür allerdings auch nicht so günstig.

Adresse: Palladium Praha, nám Republiky 1, Praha1| Preis: eher teuer

Traditionelle Küche 
Man kann nicht in Prag gewesen sein, ohne etwas von der regionalen Küche zu testen. Das gehört in jedem neuen Land dazu, also auch in Tschechien. Da ich – wie schon geschrieben – sehr wählerisch beim Essen bin, habe ich mich für Fruchtknödel entschieden. Meine Schwester hatte mir den Tipp gegeben. Für meinen Freund durfte es etwas deftiger sein; er kostete schließlich Gulasch mit Knödel. Das Restaurant, in dem wir waren, war auch so ein Abenteuer für sich. Wir entdeckten es am Fuße der Prager Burg; der erste Eindruck: Wir befinden uns in einem Wohnzimmer. Arg viel größer war’s nämlich nicht und scheinbar war das irgendwie auch die Privatwohnung der Köchin. Das Essen war aber sehr lecker! Auch wenn mein Mohnhaushalt für die nächsten drei Jahre gedeckt sein dürfte.

Adresse: Ich weiß die Straße leider nicht, aber laut Tripadvisor ist es die Zamecke Schody. Jedenfalls befindet sich das Restaurant direkt neben der Treppe zur Prager Burg (wenn man von der Karlsbrücke aus kommt). Hausnummer: 21 / 195. Ihr erkennt es an den vielen Schildern an der Hausfassade sowie einem Schild mit „Golden Rose Café“ und den rosa Innenwänden. | Preis: moderat

Ach ja: Nahezu überall bekommt man in der Stadt auch diese tschechischen Gebäck-Dinger. Die heißen irgendwie Trdelník oder so, bei uns sind die bekannt als Baumstriezel. Wer sie nicht kennt, sollte sie auf jeden Fall mal probieren! Ich liebe, liebe, liebe diese Teile einfach! (Wahrscheinlich werd‘ ich mal an einem Zuckerschock sterben…).

Marktplatz
Gässchen bei der Prager Burg | Copycat in Action

Prag hat eine wahnsinnig tolle Atmosphäre! Die Häuser an der Moldau sind alle so hübsch, dass ich am liebsten jedes einzelne mit seinen Erkern, Schnörkeln und Türmchen fotografiert hätte. Auch die Altstadt ist richtig, richtig hübsch! Ich glaube, diese Stadt sieht zu jeder Jahreszeit toll aus: Im Frühjahr, wenn die ganzen Wiesen wieder grün werden und die Blumen wieder Blühen; im Sommer, wenn man an warmen Nächten noch durch die Straßen ziehen kann; im Herbst, wenn die Blätter das Stadtbild dominieren; und im Winter sieht sicher alles aus wie im Märchen, wenn die schneebedeckten Häuser so aussehen, als hätte jemand Puderzucker darüber verstraut…
In den touristischen Ecken wie der Karlsbrücke oder Prager Burg sind außerdem oft Straßenkünstler zu sehen. So konnten wir in den paar Tagen, in denen wir da waren, vielen Musikern zuhören, Künstler beim Porträtieren der Passanten beobachten und die riesigen Seifenblasen eines jungen Mannes bewundern. Neben den tollen Gebäuden und Brücken gibt es also auch so immer etwas zu sehen! Außerdem fand ich es toll, dass man alles zu Fuß erreichen kann.



 

Am Anfang sind wir natürlich gleich mal auf die Schnauze geflogen – und zwar wegen der Währung. Wir wurden beim Geldwechsel teilweise echt ein wenig abgezockt, ohne das wir das zunächst germerkt haben. Es empfiehlt sich, anfangs eine größere Summe zu tauschen, da man dann den besseren Wechselkurs hat. Wir haben zu Beginn unseres Aufenthalts nur immer so 20€ getauscht, was einfach nur dumm war. So bekamen wir statt 24 Kronen für einen Euro nur 17 Kronen – Verlust garantiert. Am besten ihr wechselt euer Geld an einer Bank; dennoch sollte man danach kontrollieren, ob die gewechselte Summe auch stimmt!

Mit der Metro sind wir so gut wie nie gefahren; nur am Anfang und Ende zum Haupthauptbahnhof bzw. davon weg. Man kann in Prag wirklich alles gut zu Fuß erreichen – außer vielleicht den Fernsehturm oder so. Aber ansonsten lässt sich alles zu Fuß erkunden, also spart euer Geld lieber, als dass ihr es für öffentliche Verkehrsmittel ausgebt. Ansonsten hab ich mich in der Stadt ziemlich wohl gefühlt. Die Tschechen sind teilweise nicht die nettesten, was den Service angeht – das liegt scheinbar am geringen Stundenlohn. Meistens muss man von sich aus einfach so freundlich sein, wie man kann, dann klappt das schon.

via

Hat ein wenig gedauert, bis ich mal dazu kam, das alles zu schreiben. Ich hoffe, ich konnte euch irgendwie weiterhelfen oder euch zumindest einen Eindruck von der Stadt geben.

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5 Comments

  • Reply
    diefahrradfrau
    September 19, 2013 at 9:01 am

    Einen Eindruck? So so so viele Eindrücke! Und noch dazu so wunderschöne, dass man wirklich am liebstenLust bekommt auf diese Stadt mit ihren traumhaften Gebäuden und den "creepy" Gassen. Tolle Bilder, schön beschrieben!
    LG

  • Reply
    Natalia
    September 19, 2013 at 9:23 am

    GEEEEEEEIIIIIL!!! :) Super geschrieben und wunderschöne Bilder! :)

  • Reply
    Ninjutsu
    September 19, 2013 at 5:47 pm

    Jetzt will ich unbedingt mal nach Prag. Und für 35Euro pro Nacht bei so schönen Zimmern kann man eigentlich nix sagen.

  • Reply
    Ariane
    September 21, 2013 at 3:10 pm

    Prag ist so so so so unglaublich schön. Ich war bisher nur einen Tag dort und habe mich total verliebt. Seitdem plane ich schon, mal länger hinzufahren (bei so günstigen Preisen für Bus oder Bahn ist das ja eigentlich auch kein Problem), aber leider hat es noch nie geklappt. Aber nächstes Jahr bestimmt… irgendwann :D Für das merk ich mir dann deinen Post definitiv vor!

    Danke übrigens für den lieben Kommentar. Ich denke, die Erfahrung, allein zu reisen, ist ganz wichtig. Habe aber in Spanien auch gemerkt, dass es doch schöner ist, mit jemandem zusammen zu reisen – vorausgesetzt, man findet jemanden, mit dem das gut funktioniert und passt. Man kann sich ja dann auch mal für einen oder mehrere Tage trennen und dann wieder treffen, falls man unterschiedliche Pläne hat. Aber die Erfahrung, zu merken, dass man auch alleine alles super hinkriegt, ist wichtig. Genauso ist man allein mehr auf die Hilfe anderer angewiesen – und merkt so, wie freundlich eigentlich alle sind und wie vielen Menschen man doch tatsächlich vertrauen kann. (Bzw ich hab das gemerkt – nach viel Misstrauen, das sich in mir nach Peru angesammelt hatte :D)

  • Reply
    Manuela
    Oktober 7, 2013 at 5:48 am

    Ein wirklich toller Post. Ich war schon so oft in Prag, bin aber immer noch begeistert. Es ist einfach eine wundervolle Stadt.

    LG
    Manuela

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