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VIETNAM – DIE MITTE

Im Frühjahr 2011 ging’s für mich vom Norden Vietnams in den Süden. Nachdem wir in Hanoi, Sa Pa und an der Halong Bay waren, lernten wir die alte Kaiserstadt Huê, das Schneider-Städtchen Hoi An und den Urlaubsort Nha Trang kennen.

Fangen wir mal mit Huê an, wo wir nach einer recht unbequemen Nacht im Schlafbus ankamen. Die Stadt erschien mir anfangs etwas chaotisch; die Straßen sind irgendwie nicht „logisch“ angeordnet – selbst unsere Karte war keine große Hilfe, sich zurechtzufinden.

Vielleicht lag’s aber auch nur an unserem Schlafmangel, dass wir uns so schlecht orientieren konnten. Jedenfalls erinnere ich mich an einen lange Spaziergänge auf der Suche nach irgendwelchen Sehenswürdigkeiten und ahnungslosen Vietnamesen, die uns auch nicht weiterhelfen konnten – bei 35 Grad im Schatten.

Irgendwann kamen dir dann aber doch noch dort an, wo wir hin wollten: am Kaiserpalast bzw. verbotene Stadt.

Hübsche Verzierungen säumen die Mauern, die den Kaiserpalast umgeben.

Was mir an Hue gut gefallen hat:
Besonders schön fand ich die vielen kleinen Ateliers, in denen Gemälde in den buntesten Farben auf die Leinwände gebracht wird. Der Kaiserpalast bzw. die verbotene Stadt ist auf jeden Fall eine Besichtigung wert – das Gelände ist riesig.

Wieder einmal musste ich staunen, was die Menschen damals mit bloßen Händen geschaffen haben. Teilweise kommt mir die heutige Technik wie ein Rückschritt vor – wir bauen zwar immer schneller und höher, die Liebe zum Detail geht dabei aber größtenteils verloren.

Wermutstropfen:
Leider sind große Teile der verbotenen Stadt im Krieg zerstört worden. Die Stadt kam mir etwas unorganisiert und chaotisch vor – obwohl sie mit 300.000 Einwohnern doch recht überschaubar sein sollte.

Die als Sehenswürdigkeit gepriesene Kathedrale fand ich hässlich. Was außerdem nicht so toll war: Ich war krank. Und damit mein ich richtig krank.

Diese und andere Blumen in der Art wachsen hier halt einfach mal so.

Next Stop: Hoi An
Wenn man weiter gen Süden reist, kommt man quasi fast nicht an Hội An vorbei – und das ist auch gut so! Mit unter 80.000 Einwohnern ist das ehemalige Hafenstädtchen am Fluss Sông Thu Bồn eher überschaubar.

Dennoch hatten wir hier die größten Probleme, eine Bleibe zu finden. Bei unserem Glück war zu der Zeit nämlich das erste Chorfestival, zudem zig Asiaten aus allen Herrenländer kamen – herzlichen Glückwunsch. Schnell weiterreisen kam für mich aber nicht infrage.

Die japanische Brücke – eines der Wahrzeichen Hoi Ans.
Und noch eine Brücke.

Hoi An gilt schließlich als das „Schneiderstädtchen“ überhaupt. Egal, ob Anzug, Kleid, Jacke, Rock oder sonst irgendwas – hier kann man sich alles maßschneidern lassen und das zu geldbeutelschonenden Preisen. Man kann auch einfach Bilder von irgendwelchen Kleidungsstücken mitbringen. Die Schneider hier schaffen es, diese innerhalb von wenigen Tagen diese fast identisch nachzumachen*.  So kam es, dass ich einen Rock, den ich in Neuseeland gesehen hatte, hier nachschneidern ließ.

Aber nicht nur in dieser Hinsicht hat das idyllische Städtchen was zu bieten. Besonders die Altstadt mit ihren bunten Häuschen ist sehr fotogen. Darüber hinaus gibt es einen kleinen Markt, auf dem man die ein oder anderen Schätze entdecken kann.

Wer sich mehr für die Kultur und Geschichte Hoi Ans interessiert, der sollte auf jeden Fall eine Tour zu den Cham-Ruinen machen. Die Ruinen wurden in etwa zur selben Zeit wie die Tempel von Angkor Wat erbaut; allerdings sind die Bauwerke Hoi Ans viel kleiner.

*Unter welchen Konditionen die Kleidung produziert wird, ist leider nicht transparent. Ob ich mir heute noch einmal etwas schneidern lassen würde, weiß ich nicht. Ich würde aber versuchen, mal eine Schneiderei von innen anschauen zu können.

Tempelanlagen von My Son bei Hoi An

Was ich besonders toll fand an Hoi An:
Besonders toll fand ich die Architektur der Altstadt, die eine ganz besondere Atmosphäre hat. Die Lage am Wasser und die Cham-Ruinen verleihen Hoi An außerdem einen speziellen Charm. Eine meiner Lieblingsstädte in Asien. Sollte ich noch einmal die Gelegenheit haben, würde ich noch einmal dorthin fahren.

Wermutstropfen:
Das Einzige, was mir nicht gefallen hat, war die schlechte Schlafmöglichkeit. Dafür „kann“ die Stadt aber nichts, wir waren selbst schuld am schlechten Timing.

Eine typische Straße in der Altstadt Hoi Ans – links und rechts befinden sich zahlreiche Geschäfte und Schneidereien.

Noch südlicher befindet sich die Küstenstadt Nha Trang. Durch die traumhafte Lage an endlosen Stränden ist es kaum verwunderlich, dass die Stadt eine Touri-Hochburg ist… Dennoch nahmen wir diese „Strapazen“ auf uns, denn wir hatten Lust auf Sonne und Schnorcheln.

Allein schon wegen diesem Ausblick lohnte sich der Abstecher nach Nha Trang.

Palmen, Sonne und Strand – das verspricht Nha Trang. Wir haben dort einen Schnorchelausflug gemacht, was ich echt empfehlen kann. Das Wasser war zwar etwas kühler als bei meinem Schnorcheltrip in Ägypten, aber wir sahen wahnsinnig viele bunte Fische. Ein unglaubliches Gefühl und mit keinem Aquarium der Welt zu vergleichen.

Wer noch nie Schnorcheln war, der sollte das auf jeden Fall tun! Für „Landratten“ hat die Küstenstadt leider nicht so viel zu bieten.

Der schöne Sandstrang von Nha Trang.

Das fand ich gut:
Endlich mal dauerhaft gutes Wetter. Vietnam hat ja drei Klimazonen und so mussten wir einige Regengüsse auf uns nehmen. Die Belohnung erwartete uns hier – Sonne ohne Ende.

Wermutstropfen:
Viele Touristen, etwas überlaufen. Ich fand es etwas erstaunlich, dass manche Speisekarten hauptsächlich auf Russisch waren und nicht auf Englisch oder Französisch, wie man vielleicht annehmen würde. Die russischen Touristen, die bei uns an Bord waren während des Schnorchelausflugs, haben ohne Ende getrunken – beginnend um neun Uhr morgens. Nicht so toll!

Fischfarmen – gesichtet während unseres Schnorchel-Ausflug.
Auch bei Nacht sehenswert – der Ausblick von der Dachterrasse unseres Hotels. Leider ist die Lumix nachts nicht so gut.

Vietnam ist einfach ein super Land zum Rumreisen. Ich würde auf jeden Fall noch einmal dorthin gehen, wenn ich könnte. Es „warten“ noch so viele Teile davon, die ich gern sehen würde.

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4 Comments

  • Reply
    Talkasia
    August 8, 2012 at 5:46 am

    awwwh imn hoi anh auf der brücke – genau da stand ich auuuch!!! :D :D :D

  • Reply
    Steff
    Mai 2, 2012 at 9:54 pm

    Deine Fernweh-Freitag Rubrik ist absolut mein Ding!
    Wir hoffen auch, diese ganzen Länder in den nächsten 5 Jahren bereisen zu können, wenn unsere Homebase China ist. Mehr davon! ^^

  • Reply
    Alice
    April 27, 2012 at 9:32 pm

    hey :-) danke für das liebe kommi !
    und wie ich viel trinke und dabei gleichzeitig mein leid eröffne haha!
    die bilder von vietnam sind schön, ich fliege dieses jahr auch hin. ich freu mich riesig, ich war seit ich 2 jahre alt war, nicht mehr dort und jetzt bin ich 18 :-D

    grüüüße

  • Reply
    Ronja
    April 27, 2012 at 9:26 pm

    Dankeschön! Jetzt habe ich Fernweh :), tolle Bilder!
    Lg Ronja

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